Ausgezeichnete Qualität und geringe Komplikationsraten

06.06.2018 - Von: N. Ortner, Assistentin des Vorstandes

Fachexperten haben dem Endoprothetikzentrum der Kreisklinik Roth eine ausgezeichnete Qualität und geringe Komplikationsraten bei der Patientenversorgung bescheinigt. Seit 2013 ist die Orthopädie der Kreisklinik Roth als Endoprothetikzentrum zertifiziert und muss sich jährlich der Überprüfung durch externe Fachexperten stellen. Im Mai stand nun das jährliche Überwachungsaudit an, das mit großen Erfolg absolviert wurde.

In Deutschland ist ab dem 50. Lebensjahr mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Arthrose an Knie- oder Hüftgelenken betroffen. Die sogenannten Cox- und Gonarthrosen (Hüft- und Kniegelenksverschleiß) bringen Einschränkungen in der Bewegung, Schmerzen und damit auch eine verminderte Lebensqualität mit sich. Sind Therapiemöglichkeiten, wie z. B. physikalische Behandlung oder Schmerztherapie ausgereizt, stehen die Betroffenen vor der Frage, ob ein künstliches Gelenk (Endoprothese) wieder zu Schmerzfreiheit und zu mehr Lebensqualität verhelfen kann.

Die Orthopädie der Kreisklinik Roth operiert bereits seit vielen Jahren erfolgreich Patienten, die ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk benötigen. Über 250 Patienten erhalten pro Jahr in neues Gelenk im Endoprothetikzentrum der Kreisklinik, das unter der Leitung von Chefarzt Dr. Thomas Strube steht. Die Entscheidung zum Aufbau des Zentrums vor sechs Jahren fiel schnell. Denn den großen Gewinn haben vor allem unsere Patientinnen und Patienten, die sich mit einem festgelegten und sicheren Behandlungsablauf versorgt wissen dürfen, so Chefarzt Dr. Strube. Zudem dürften, soweit es sich nicht um eine Notfallversorgung handelt, geplante Protheseneingriffe nur unter Beteiligung eines Hauptoperateurs durchgeführt werden.
Für den Status Hauptoperateur müssen die Ärzte min. 50 endoprothetische Operationen in der Kreisklinik Roth pro Jahr durchführen. Die Klinik verfügt neben Chefarzt Dr. Thomas Strube mit Oberarzt Dr. Erwin Ulowetz und Monty Lein über derzeit 3 und ist aktiv tätig in der Ausbildung weiterer Hauptoperateure.

Neues Angebot Patientenschule
Besonders wichtig für den Erhalt des zertifizierten Endoprothetikzentrums ist es, Jahr für Jahr eine kontinuierliche Weiterentwicklung zu erreichen. Ein großes Projekt des Zentrums, das im Dezember 2017 gestartet ist, trägt den Namen „Patientenschule Endoprothetik“. Diese hat zum Ziel, die Patienten noch besser auf ihre OP und den darauffolgenden stationären Aufenthalt vorzubereiten. Die Klinik veranstaltet hierzu an festgelegten Nachmittagen Kurzvorträge, welche die wichtigsten Themen rund um das neue Gelenk und die Behandlung umfassen. Mitarbeiter aus der Chirurgie, der Pflege, der Klinikhygiene und der Physiotherapie halten dafür interessante Fakten und wichtige Informationen bereit. Die Physiotherapie gibt z. B. eine erste Einweisung in den richtigen Umgang mit Gehstützen, der nach der OP für alle Patienten ansteht, und es werden nützliche Hinweise zum richtigen Schuhwerk gegeben. Für die Patienten besteht in der Patientenschule auch immer die Gelegenheit sich mit ihren Anliegen vor der OP an die Klinikmitarbeiter zu wenden. „Die Möglichkeiten vorab noch wichtige, persönliche Fragen zu klären wird von unseren Patientinnen und Patienten rege in Anspruch genommen, berichtet Oberärztin Brigitte Schöner, die in der Patientenschule ärztlichen Informationen vermittelt. Für sie ist es besonders wichtig, dass die Patienten gut aufgeklärt und vorbereitet mit einem Gefühl der Sicherheit zur OP in die Kreisklinik kommen.
Die Patientenschule findet im Rhythmus von 6 Wochen für alle Patienten statt, die nach der Sprechstunde einen OP Termin fest vereinbart haben.

Wichtiger Hinweis
Bei der jährlichen Überprüfung der Fachexperten werden, ganz im Sinne einer ständigen Verbesserung, der Kreisklinik auch wichtige Weiterentwicklungspotentiale genannt. Dieses Jahr war es der Hinweis, Patienten nach Reiseaktivitäten in bestimmte Länder zu befragen. In den letzten Jahren zeichnet sich eine Zunahme an Resistenzen gegenüber Antibiotika bei Bakterien ab, die gewöhnlich den Darm aber auch die Haut/Schleimhaut besiedeln können.
Hierzu gehört u. a. das im Darm vorkommende Kolibakterium, auch E.coli genannt. Diese Bakterien können gegen drei bzw. vier Antibiotikagruppen resistent werden und werden als 3 MRGN bzw. 4 MRGN bezeichnet. Ein Screening auf entsprechende Bakterien findet nach Abfrage fest definierten Kriterien statt, zu denen z. B. Auslandaufenthalten und dortiger Kontakt zu medizinischen Einrichtungen zählt. Steht eine Gelenkersatzoperation an, so ist ratsam den Hausarzt über geplante Reisen zu informieren. „Wir wollen unsere Patienten nicht unnötig verunsichern. Es geht vielmehr um eine umfassende Information und entsprechende Verhaltensweisen. Hierfür ist eben die frühzeitige Aufklärung der Patienten sehr wichtig, erklärt Chefarzt Dr. Strube. Damit ist das Behandlungsergebnis auch immer ein Zusammenspiel aus Behandler und Patient.


Kontakt für weitere Informationen:
Chefarzt Dr. med. Thomas Strube
Orthopädie und Unfallchirurgie
Tel. 09171/802-123 (Sekretariat)
Sprechstunde mit Terminvereinbarung
Website: www.kreisklinik-roth.de (Seite der Orthopädie und Unfallchirurgie)