Krankenhauskeime – Der Kampf geht weiter

21.03.2018 - Von: G. Rudolph

Roth - Mit dem Ziel die Hygiene in deutschen Kliniken mit nachhaltigen Maßnahmen zu verbessern, startete bereits vor 10 Jahren die bundesweite Kampagne „Aktion Saubere Hände“.   Inzwischen haben sich zirka 50 Prozent der bettenführenden Einrichtungen in Deutschland der Kampagne angeschlossen. Die Kreisklinik Roth hat 2017 erfolgreich das Zertifikat „BRONZE“ erworben.   Auf dem Hintergrund der aktuellen Grippewelle in Deutschland wird sichtbar, dass einfache Schutzmaßnahmen sehr wirkungsvoll sind, um weitere Verbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Aber, sie müssen von den Menschen auch angewendet werden, denn die gesamte Palette der Infektionskrankheiten haben zwei Dinge gemeinsam: Sie gehören zur weltweit häufigsten Todesursache und lassen sich wirkungsvoll mit einer gründlichen Händedesinfektion bekämpfen.

Auch für die beiden Hygienefachkräfte der Kreisklinik, Fritz Krauß und Manfred Wienziers, steht die „einfachste“ Maßnahme an erster Stelle. „Aber unabhängig davon, haben wir auf dem Hintergrund der aktuellen Grippewelle für unsere Patienten und deren Angehörige Hygieneregeln entwickelt“, informierte Fritz Krauß.
Und so gibt es für die beiden Hygienefachkräfte der Kreisklinik Roth, seit Wochen viel zu tun. „Unsere tägliche Arbeit besteht in der Aufklärung der Patienten, der Mitarbeiterberatung, in der Durchführung von hausinternen Fortbildungsangeboten, der Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr, erklärte Manfred Wienziers.

Die beiden Fachkräfte sind auf den Pflegestationen unermüdlich unterwegs. Sie überprüfen die Räume auf Sauberkeit, nehmen Abstriche und sprechen mit dem Reinigungsfachpersonal über die korrekte Desinfektion der Räume oder begleiten Ärzte beim Verbandswechsel. Auch die Wasserleitungen werden regelmäßig „beprobt“, so wie sich die Überprüfung des Trinkwassers auf Krankheitserreger im Fachjargon nennt. Im Rahmen der sogenannten „Hygieneupdates“, kurzen Fortbildungen für Mitarbeiter, werden aktuelle Fachinformationen weitergegeben und hygienische Problemstellungen diskutiert.

Das Mitarbeiterteam der Klinikhygiene an der Kreisklinik Roth besteht derzeit aus: 2 hauptberuflichen Hygienefachkräften, 3 ausgebildeten hygienebeauftragten Oberärzten der Hauptabteilungen (Innere Medizin, Chirurgie und Anästhesie) und 18 Mitarbeitenden aus den Abteilungen als Hygienebeauftragte.

Krankenhauskeime, es können ganz verschiedene Bakterien, Viren, Pilze oder Sporen sein,  sind zu Hause, im Alltag oft völlig harmlos, informierte Fritz Kraus. Aber bedingt durch die geschwächte Immunabwehr der Patienten, durch offenen Wunden oder künstliche Körperzugänge (Katheter, Schläuche) können sie bei den Patienten schwere, lebensgefährliche Infektionen verursachen.

Meist werden die Erreger von den Patienten in die Klinik mitgebracht, meinte Manfred Wienziers und begründet dies  mit den Ergebnissen der Screenings bestimmter Patientengruppen auf bestimmte Krankheitserreger bei der Aufnahme in unser Haus. Obwohl es sehr kostspielig ist, werden bei Verdacht auch Patienten auf Influenza getestet um bei ihnen schnell Isolationsmaßnahmen anwenden zu können.

Auf den Erfolg ihrer Bemühungen  bei der Händehygiene in der Klinik angesprochen, erklärte Manfred Wienziers, dass anhand des Desinfektionsmittelverbrauchs in den verschiedenen Abteilungen eine zuverlässige Einschätzung des Verhaltens der Mitarbeiter, aber auch der Besucher  möglich sei.

„Wir sind dabei auf einem guten Weg“, denn der Verbrauch des alkoholischen Händedesinfektionsmittels sei in den letzten Jahren stetig angestiegen, lobte Fritz Krauss den Personenkreis.

Die Aktion Saubere Hände, ist eine Hilfe, weil sie die Einrichtungen für die verbesserte Händehygiene in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen in die Pflicht nimmt.

Voraussetzende Kriterien, wie die Etablierung einer regelmäßig tagenden Lenkungsgruppe ist genauso gefordert wie die Transparenz der Gruppe gegenüber der Klinikleitung, der Durchführung von Fortbildungen und Aktionstagen sowie der Auswertung des Desinfektionsmittelverbrauches in den Abteilungen.

Die Kreisklinik Roth habe auf Grund der erfüllten Kriterien 2017 das Zertifikat „BRONZE“ erworben. „In diesem Jahr streben wir das Zertifikat „SILBER“ an“, so Fritz Kraus.

Durch die Verleihung des Qualitätssiegels wird das Niveau der erreichten Veränderungen bei der Händedesinfektion in unserem Haus öffentlichkeitswirksam nach „außen und innen“ abgebildet.