Von Grippe und Diarrhoe

20.01.2017 -

Hohe Hygienestandards in Roth und Schwabach trotz derzeit schwieriger Situation. Interview mit Dr. Fritz Oberparleiter vom Gesundheitsamt Roth

Das Bild bietet sich zurzeit in eigentlich allen Krankenhäusern der Region: Die Zahl der Patienten mit Durchfall- und Influenzaerkrankungen steigt drastisch an. Ebenso fallen Mitarbeiter mit diesen Symptomen aus. Kurz: Die Kliniken in der Metropolregion sind maximal gefordert. Sie müssen sowohl die Betroffenen optimal versorgen, Fehlstunden in der Belegschaft abfedern und vor allem der Weiterverbreitung der Krankheitserreger vorbeugen.

Herr Dr. Oberparleiter, wie beurteilen Sie die aktuelle Lage in Roth und Schwabach?
 Dr. Fritz Oberparleiter: "Die Lage ist in der Tat ein bisschen dramatisch, in Roth und Schwabach nicht anders als in vielen Regionen von Bayern. Wir haben hohe Meldezahlen, was Durchfall- und Influenzaerkrankungen betrifft - und zwar in allen Bereichen: den Kliniken, den Praxen der Hausärzte, in Schulen, Pflegeheimen und Kindergärten. Besonders gravierend ist, dass die Erkrankungen im Moment gleichzeitig auftreten. Das ist sonst eher nicht der Fall."

Wenn so viele Patienten mit ansteckenden Erkrankungen in die Krankenhäuser gehen - welche Rolle spielt dabei das Hygienemanagement?
Dr. Fritz Oberparleiter: "Das Hygienemanagement spielt jeden Tag eine wichtige Rolle. Jetzt allerdings ist ganz besondere Sorgsamkeit erforderlich. Darauf weisen wir immer wieder hin. In Roth und Schwabach sind glücklicherweise sehr hohe Hygienestandards gegeben. Werner Rupp und Diakon Klaus Seitzinger, die jeweiligen Geschäftsführer, haben schon vor Jahren und in enger Abstimmung mit unserem Amt ein vorbildliches Hygienemanagement auch für Krisenzeiten etabliert, das alle gesetzlichen Vorgaben voll erfüllt. Hier muss man sich wirklich keine Sorgen machen."

Was raten Sie: Wie kann man sich schützen, was gilt es zu beachten?
Dr. Fritz Oberparleiter: "Da gibt es viele Ratschläge - und einen, den ich für ganz besonders wichtig halte: Hände waschen und desinfizieren. Das Risiko, sich anzustecken, sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Händedesinfektion gehört zu den Grundregeln der Hygiene - für Patienten, Angehörige und Besucher sowie natürlich alle Mitarbeiter der Krankenhäuser. Geboten ist es auch, den Kontakt zu infizierten Angehörigen einzuschränken. Beachten Sie die Besuchsregeln der Krankenhäuser. Ein Besuch ist sicher nett gemeint, sollte aber nicht dazu führen, dass sich aktuell grassierende Krankheiten noch weiter verbreiten. Für weitere Informationen zu dem Thema kann ich das Internetportal www.infektionsschutz.de empfehlen."

In den vergangenen Tagen wurde viel über die Hygiene in deutschen Krankenhäusern diskutiert...
Dr. Fritz Oberparleiter: "Ja, und wie ich meine, nicht sachlich genug und auf Basis falscher Zahlen. Ich kann nur für meinen Bereich sprechen. Sowohl das Stadtkrankenhaus Schwabach als auch die Kreisklinik Roth erfüllen die gesetzlichen Vorgaben ganz vorbildlich. Hier werden definitiv auch genügend hygienisch geschulte Fachkräfte eingesetzt. Ebenso stellen beide Häuser sicher, dass die Hygieneregeln beachtet und umgesetzt werden. Nicht nur in diesen Tagen, sondern rund um die Uhr."