Endoprothetik an Knie- und Hüftgelenk

27.02.2017 - Von: G. Rudolph

Im Rahmen des Aktionsjahres „Gesunde Knochen“ lädt die Kreisklinik Roth am Dienstag, 07.03.2017 zum Fachvortrag „Endoprothetik an Knie- und Hüftgelenk“ ein. Chefarzt Dr. med. Thomas Strube wird gemeinsam mit seinen Hauptoperateuren im Detail darüber informieren, wie präzise, geplant und individuell endoprothetische Operationen an Knieund Hüftgelenken durchgeführt werden. Grundlage für die hohe Qualität der Operationen bildet das zertifizierte Endoprothetikzentrum an der Kreisklinik Roth.

Endoprothetikzentrum (EPZ)
Seit jeher bietet die Kreisklinik alle klassischen Operationen der Hüft – und Kniegelenke, bei alters- oder belastungsbedingter Abnutzung, aber auch bei Gelenksfehlbildungen an. 2013 wurde die Messlatte für die Qualität der orthopädischen Operationen wesentlich höher gelegt. Die unfallchirurgische Abteilung wurde erfolgreich als Endoprothetikzentrum (EPZ) nach den Vorgaben der Initiative EndoCert zertifiziert und bewertet. Seither steht die Abteilung unter Chefarzt Dr. Thomas Strube, Leiter des EPZ, für eine optimale Versorgung von Patienten mit Hüft- und Kniegelenkerkrankungen.
2016 wurde das Endoprothetikzentrum in einem Audit neu geprüft und als Zentrum mit besonderer Qualität auf dem Gebiet des Gelenkersatzes bestätigt.
Chefarzt Dr. Strube und sein Team sind stolz auf das Ergebnis der Rezertifizierung, denn es dokumentiert die qualitativen und quantitativen Leistungen der Kreisklinik auf dem Fachgebiet der Endoprothetik. Für die Patienten ist es eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Auswahl einer Klinik.

„Das besonders Erfreuliche am Ergebnis unserer Hüft- oder Knieoperationen ist es“, so der Chefarzt, „dass durch den Einsatz eines künstlichen Gelenks für den Patienten ein hohes Maß an Schmerzfreiheit und eine verbesserte Mobilität erreicht werden kann. Damit geben wir dem Patienten ein großes Stück seiner Lebensqualität wieder zurück“. Insgesamt werden in Deutschland um die 400.000 künstliche Knieund Hüftgelenke eingesetzt. Die Kreisklinik reiht sich mit jährlich 250 Prothesen in die Statistik ein. Während des Rezertifizierungsprozesses in der Kreisklinik wurde besonders das Zusammenspiel der einzelnen Fachbereiche bei der Vorbereitung des Patienten sowie der Behandlungsplan genau unter die Lupe genommen und bewertet.

Individuelle Planung
Der Weg hin zur Operation, die Operation selbst und die gesamte medizinische, pflegerische und physiotherapeutische Behandlung nach der Operation sind detailliert festgelegt und werden bei Bedarf schnell dem Gesundheitszustand des Patienten angepasst. Ein solcher Behandlungsplan wird über den gesamten stationären Aufenthalt ausgearbeitet. Bereits vor der Operation wird die Endoprothese bei jedem Patienten individuell mit einer speziellen Röntgenaufnahme und einem speziellen Computerprogramm berechnet und angepasst.
Diese Planung ist die unbedingte Voraussetzung für einen erfolgreichen und präzisen Eingriff. Der Einsatz modernster Computernavigation bei der Operation bietet einen erheblichen Gewinn an Genauigkeit bei der Einsetzung des künstlichen Gelenkes. Die individuelle Schmerzmedikation, Blutuntersuchung, radiologische Kontrolluntersuchungen, die physiotherapeutische Therapie oder das Gespräch mit dem Sozialdienst, - alle Schritte sind mit dem Patienten abgesprochen und als ein Behandlungspfad festgelegt.

Herausforderung
Die große Herausforderung für alle am Behandlungsprozess Beteiligten besteht darin, die genau definierten und mit den verschiedenen fachlichen Disziplinen abgestimmten Schritte (Behandlungsplan, Behandlungspfad) einerseits präzise einzuhalten aber gleichzeitig eine zeitnahe und flexible Anpassung der Therapie an den individuellen Gesundheitszustand Patienten zu ermöglichen. Dem Hauptoperateur kommt im gesamten Geschehen eine zentrale Rolle zu. Er steht mit dem Patienten im ständigen Kontakt und behält den Genesungsprozess genau im Auge.
Ob Ärzte, Pflegende, Physiotherapeuten oder die Mitarbeitenden des Sozialdienstes, sie alle bemühen sich Hand in Hand um die Versorgung des Patienten.
Das Hauptziel aller Beteiligten ist es, die Patienten bereits vor der OP vorzubereiten und die komplikationsfreie Behandlung in der Klinik bis zur Weiterverlegung in eine Rehabilitationseinrichtung oder einer Entlassung nach Hause sicherzustellen.

Qualität
Um die Versorgungsqualität auch zukünftig weiter zu verbessern nimmt die Kreisklinik am Endoprothetikregister Deutschland (EPRD) teil und registriert alle eingesetzten Endoprothesen in einer Datenbank. Das EPRD ermittelt, wie lange implantierte Hüft- oder Kniegelenkendoprothesen funktionstüchtig sind, bevor sie ausgewechselt werden müssen. Mit dem EPRD wird es erstmals möglich sein, bundesweit die Haltbarkeit von Endoprothesen zu erfassen und die Gründe für Wechseloperationen zu analysieren. Die Registrierung trägt maßgeblich dazu bei, die Sicher-heit für die Patientinnen und Patienten zu erhöhen.