Sanierung der Kreisklinik startet 2019

02.11.2017 - Von: Kai Bader, Hilpoltsteiner Kurier

Hilpoltstein/Roth (HK) Die Sanierung des Rother Krankenhauses kann 2019 beginnen. Dabei entsteht im ersten Bauabschnitt ein Gebäude mit rund 5000 Quadratmetern Nutzfläche. Das ist das Ergebnis des Kreisausschusses vom Freitag, bei der der Start für das voraussichtlich 115 Millionen Euro teuere Gesamtprojekt vorgestellt wurde.

Im ersten und wichtigsten Bauabschnitt wird am Krankenhaus ein neues Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 5000 Quadratmetern auf zwei Ebenen entstehen. Hier werden fünf Abteilungen neu eingerichtet und erhalten dabei teilweise deutlich mehr Platz. "Im Intensivbereich ist bezogen auf unsere Größe der doppelte Raumbedarf Standard", erklärte Klinikleiter Werner Rupp den Ausschussmitgliedern. "Noch gravierender ist es bei der Endoskopie, bei der man den fünffachen Raumbedarf der jetzigen Größe veranschlagt."

In dem neuen Gebäude werden vier Operationssäle samt Aufwachräumen Platz finden. Die Zahl der OP-Säle bleibt dabei auf dem heutigen Stand. Dazu kommen eine Intensivstation mit wie bisher zehn Betten und eine eigene Abteilung für Intermediate Care (IMC) mit zehn statt wie bislang sieben Betten. Die IMC-Abteilung ist dabei eine Art Bindeglied zwischen der Intensivstation und dem normalen Pflegebereich. So werden hier zum Beispiel keine lebenserhaltenden Maßnahmen wie eine künstliche Beatmung mehr eingesetzt, allerdings gibt es eine deutlich bessere medizinische Überwachung als es in den normalen Pflegebereichen möglich ist. "Die Aufgaben der IMC haben wir bisher in den normalen Pflegeabteilungen mit dem technisch gleichen Standard realisiert, allerdings haben wir bei einer direkten Angliederung an die Intensivstation deutliche kürzere Wege", erklärte Werner Rupp auf Nachfrage. Ebenfalls in das neue Gebäude kommt die Abteilung Endoskopie, die mehr Platz erhält, und es werden hier die Kreißsäle unterkommen.

Von den derzeit anvisierten 115 Millionen Euro für den Gesamtumbau des Krankenhauses entfallen allein auf das neue Gebäude voraussichtlich 46,2 Millionen Euro, wobei mit einem Zuschuss von 32,1 Millionen Euro gerechnet wird. Die Hauptlast des Eigenanteils trägt der Landkreis Roth mit 14,2 Millionen Euro und den Rest in Höhe von einer Million Euro muss das Krankenhaus selbst erwirtschaften.

Wenn dieser Neubau 2021 bezugsfertig ist und dadurch im bisherigen Kliniktrakt Platz frei wird, werden die restlichen Abteilungen Zug um Zug saniert. Im Bauabschnitt 2 sollen demnach unter anderem die Notaufnahme, die Radiologie und die Nuklearmedizin unterkommen. Außerdem gibt es Bereitschaftsdiensträume für Hausärzte, die dort die Betreuung der Patienten außerhalb der normalen Sprechstunden aufrechterhalten und damit die Notaufnahme entlasten.

Im Bauabschnitt 3a entstehen dann die Ambulanzen also die Sprechstundenzimmer der Ärzte und im Bauabschnitt 3b neue Räume für das Personal, die Rufbereitschaft und den Bereitschaftsdienst.

Der vierte und letzte Bauabschnitt, in dem die Patientenstationen mit den einzelnen Krankenpflegezimmern in dem bisherigen sternförmigen Bau auf den neuesten Stand gebracht werden, wird wiederum äußerst aufwendig. "Hier ist bislang noch nicht klar, wie wir genau vorgehen", erklärt Rupp. "Entweder wird es einen Zusatzbau geben und der Pflegestern wird in zwei Bauabschnitten saniert, oder es wird ein kompletter Ersatzbau entstehen und der bestehende Pflegestern wird abgerissen." Eine schrittweise Sanierung des Pflegesterns ohne Neubau ist laut Rupp gar nicht möglich. "Ich kann nicht in dem einen Zimmer Patienten unterbringen und im Nachbarzimmer mit dem Presslufthammer arbeiten." Zudem würde dann nicht genügend Platz zur Verfügung stehen, da es statt den bisherigen Zweibettzimmern vornehmlich Einzelzimmer geben wird und diese mehr Platz als bislang bekommen sollen.

Laut Landratsamt Roth wird derzeit damit gerechnet, dass bei der Modernisierung der Klinik rund 70 Prozent der insgesamt veranschlagten 115 Millionen Euro an Zuschuss fließen. Von den verbleibenden Kosten wird der Landkreis wiederum den Löwenanteil tragen, da die Klinik selbst nicht so viel erwirtschaften kann.

Das Engagement des Kreises ist laut Landrat Herbert Eckstein außerordentlich wichtig. "Wir sprechen hier von Menschen, die in einer schwierigen Situation sind, die umfassende ärztliche Hilfe benötigen." Es sei Aufgabe des Landkreises diese zur Verfügung zu stellen.