Telemetrie als Lebensversicherung

28.09.2017 - Von: G. Rudolph

Bereits in den 60-iger Jahren wurde die Telemetrie als Funktechnik für Astronauten entwickelt und später von der Medizintechnik übernommen. Durch die EKG-Telemetrie ist in der Klinik eine bessere Überwachung der Herzinfarktpatienten möglich. Die Kreisklinik Roth investiert 78.000 Euro in eine neue technische Anlage.

In der Kreisklinik Roth kommt die Funktechnik den Patienten zugute, denn sie ermöglicht eine drahtlose Übertragung (per Funk) von EKG-Signalen eines Patienten in die Zentrale der Intensivstation. Dort werden die empfangenen Daten mit einer klassischen EKG-Kurve auf einem EKG-Monitor sichtbar gemacht, analysiert und gespeichert.

„Die Technik ist heute nicht mehr wegzudenken, denn sie trägt in den Kliniken maßgeblich zur Erhöhung der Patientensicherheit bei“, erklärte Chefarzt Dr. Dirk Asshoff. Er führte weiter aus, dass es „besonders bei Herz/ bzw. Rhythmuspatienten eine gute Sache“ sei. „Der Patient kann frühzeitig die Intensivstation verlassen und wird vom Fachpersonal der Intensivstation weiterhin rund um die Uhr überwacht“. Bei schweren Herzerkrankungen oder bei bestimmten Rhythmusstörungen eines Patienten ist es erforderlich, dass die Telemetrie - Überwachung zum Einsatz kommt.

Patient F. wurde beispielsweise mit einem akuten Herzinfarkt in die klinikeigene Intensivstation gebracht. Nach wenigen Tagen hatte er keine Schmerzen mehr und konnte auf eine internistische Normalstation verlegt werden. Er war sozusagen wieder mobil. Bei den routinemäßigen EKG Kontrollen wurden aber immer wieder Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) festgestellt. Deshalb war eine permanente Überwachung seines Herzens auch weiterhin dringend angeraten. Die EKG-Telemetrie macht es möglich, denn sein Herzschlag wird von Klebelektroden aufgenommen und per Funksignal an einen Monitor der Intensivstation geschickt. Der Patient fühlt sich deshalb wesentlich sicherer und darf sich auf der Station “frei” bewegen. Bei Verlassen des Kontrollgebietes muss allerdings die Zentrale verständigt werden, falls z.B. Untersuchungen anstehen.

Bei Auffälligkeiten an seinem Herz wird das Pflegepersonal der Intensivstation mit einem akustischen Signal informiert und der Befund je nach Dringlichkeit an den zuständigen Arzt weitergeleitet. Im schlimmsten Fall, einem Herzstillstand, wird sofort das Reanimationsteam alarmiert um die lebensrettenden Maßnahmen einzuleiten. Insgesamt können sechs Patienten gleichzeitig überwachen werden. Laut Dr. Asshoff habe sich die alte Anlage in all den Jahren sehr gut bewährt, musste aber wegen eines Defekts erneuert werden.

Er ist der Meinung, dass eine telemetrische Überwachung der Patienten mit einer Herzerkrankung mit Rhythmusproblemen ein großer Zugewinn an Sicherheit („tragbare Lebensversicherung“) bedeutet.

Foto: Chefarzt Dr. Dirk Asshoff wertet gemeinsam mit dem zuständigen Stationsarzt der Intensivstation das EKG eines Patienten aus.