Röntgen wird digitalisiert – Gewinn für die Patienten

06.02.2017 - Von: G. Rudolph

Die radiologische Abteilung der Kreisklinik Roth erinnerte früher oft an ein herkömmliches Fotolabor. Es gab analoge Filmplatten, es roch nach Entwicklerfüssigkeit, man musste auf die Entwicklung der Bilder warten und es gab Röntgenbilder auf Kunststofffolien. All das gehört in der Kreisklinik Roth bald der Vergangenheit an, denn das digital arbeitende Röntgen - System hat Einzug gehalten. Aktuell wird noch ein zweiter digitaler Arbeitsplatz geschaffen. Nach Abschluss der Umbauarbeiten werden alle Röntgenbilder digital erstellt.

Im Gespräch erklärte CA Dr. med. Lienhardt W. Schimmel wie „Röntgen digital“ funktioniert und wie gravierend positiv die technischen Veränderungen für die Patienten aber auch für die Mitarbeiter sind.
Früher wurde mit Hilfe von Röntgenstrahlen ein lichtempfindlicher Film belichtet und im Anschluss mit einer chemischen Lösung entwickelt. Das aktuell verwendete Speicherfoliensystem wird nun durch ein volldigitales Röntgensystem abgelöst.
Auf den ersten Blick habe sich da gar nicht so viel geändert, sagte der Chefarzt. „Die Röntgenstrahlen werden nach wie vor gezielt auf die jeweilige Körperregion gerichtet, durchdringen die Körperteile und treffen dann aber nicht wie bisher auf eine Filmplatte, sondern auf einen sogenannten Detektor auf. Dieser registriert die unterschiedlich stark ankommende Strahlung und wandelt die Signale in ein digitales Bild um“.

Die Empfindlichkeit eines solchen Systems (Detektor) gegenüber der Röntgenstrahlung ist wesentlich höher als bei herkömmlichen analogen Röntgensystemen. So ist es besonders erfreulich, dass die Strahlenbelastung für die Patienten deshalb wesentlich geringer ausfällt als bisher. Das entstandene Bild ist am Display (Foto) der Steuerungseinheit sofort sichtbar und kann in einem Schnellcheck beurteilt werden. Verbessert habe sich auch die Qualität der Bilder und man könne sie mit einfachen Mitteln nachbearbeiten.

Der Chefarzt zählt weitere Vorteile des digitalen Röntgens auf und nennt die schnelle Verfügbarkeit der Bilder.
Die Bilder werden per W-Lan sofort an die Workstation verschickt, Operationen, (besonders wenn keine Zeit zu verlieren ist,)  sind so besser zu planen und schneller durchzuführen. Unter Umständen befindet sich der Patient mit einer komplizierten, offenen Fraktur in der Notaufnahme und die Bilder sind für den noch am OP Tisch stehenden Chirurgen bereits zur Begutachtung verfügbar.

Im analogen Röntgenverfahren musste das Körperteil oder die Filmplatte exakt für das Foto eingerichtet werden. Das war häufig mit starken Schmerzen verbunden. Beim digitalen Röntgen befindet sich der Detektor, beispielsweise bei liegenden Patienten, unter der Auflagefläche des menschlichen Körpers, dem Röntgentisch und sucht sich vollautomatisch die exakte Position. Herta Brinca, leitende Röntgenassistentin freut sich ebenfalls über das neue Gerät, denn mit dieser Technik werden dem Patienten Schmerzen erspart.

Aber alles hat seinen Preis. Und so investiert die Kreisklinik Roth für diese Technik 2016 und 2017 insgesamt zirka 500.000 Euro. Werner Rupp als Klinikvorstand meinte dazu, dass hier eine Investition vorgenommen wurde, die sich wirklich lohnt. „Der große Zugewinn kommt unseren Patienten zu gute“.