Ethik - Komitee

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, wie immer es auch ausgehen mag.“ 
Vaclav Havel

1. Was ist klinische Ethikberatung?

Das Klinische Ethik-Komitee der Kreisklinik Roth berät Ärzte, Pflegekräfte, Patienten und Angehörige in Situationen, in denen häufig nicht mehr klar ist, welche Maßnahme für den betroffenen Patienten die beste ist.

Die Möglichkeiten der modernen Medizin fordern von allen immer wieder schwierige Entscheidungen.

Die individuellen Vorstellungen von einem guten Leben sowie unterschiedliche Wertvorstellungen und religiöse Überzeugungen erschweren die einvernehmliche Entscheidungsfindung aller Beteiligten am Krankenbett.

Dabei stehen das Wohl und der Wille des Patienten – unter Einbeziehung seiner Angehörigen – bei unserer Beratung immer im Vordergrund.

2. Wann kann man eine Ethikberatung in Anspruch nehmen?

Ein Beratungsgespräch kann jederzeit angefordert werden, wenn bei der Behandlung in der Kreisklinik moralische Überzeugungen und persönliche Werte berührt werden, oder es bei Entscheidungsfindungen Unsicherheiten gibt.

Die Problematik kann auf den ersten Blick unspektakulär sein.
Doch auch die Alltagssituationen beinhalten komplexe Fragen, in denen eine ethische Beratung helfen kann.

3. Wie läuft eine Ethikberatung ab?

Ethikberatung hat als Ziel, durch Analyse und Moderation zur Lösung eines ethischen Konfliktes in einem konkreten Behandlungsfall beizutragen. Alle relevanten medizinischen, pflegerischen, sozialen und ethischen Aspekte eines Falles werden gesammelt und dargelegt. Die Beratung findet in der Regel als fallbezogene Teambesprechung auf der Station statt.

Das Gespräch wird durch mindestens zwei Mitglieder des Klinischen Ethik-Komitees begleitet. Die Ethikberater übernehmen die Moderation der Falldiskussion. Alle Mitarbeiter des Klinischen Ethik-Komitees unterliegen der Schweigepflicht - und zwar gegenüber jedermann.

4. Was können wir leisten?

  1. als Außenstehende die verschiedenen Sichtweisen eines Problems wahrnehmen
  2. durch fallbezogene Gespräche mit den Beteiligten zu einer nachvollziehbaren Entscheidung beitragen
  3. Informationen über aktuelle, für die konkrete Behandlung wichtige ethische Richtlinien weitergeben
  4. entsprechend unseres Klinikleitbildes die Persönlichkeit, die Bedürfnisse und Wünsche unserer Patienten und ihrer Angehörigen beachten und stärken
  5. juristische Aspekte einbringen.

Einige grundsätzliche Informationen sowie Formulare des Klinischen Ethik-Komitees können Sie auch über das Internet oder als Mitarbeiter über das Intranet der Kreisklinik Roth abrufen.

Eine Rückmeldung über das weitere Vorgehen des Klinischen Ethik-Komitees erfolgt spätestens am nächsten Werktag.

5. Was kann Ethikberatung nicht leisten?

Die medizinische Qualität wird in der Ethikberatung nicht beurteilt.

Ethikberatung kann immer nur eine empfehlende Funktion haben. Die medizinische Verantwortlichkeit liegt weiterhin bei dem behandelnden Arzt.

Ethikberatung ersetzt auch nicht die Supervision und dient nicht dazu, Kommunikationsprobleme innerhalb des Behandlungsteams zu lösen.

6. Bisherige Themenschwerpunkte des klinischen Ethik-Komitees

  1. Grundsätze im Umgang mit PEG Sonden
  2. Vorsorgeplan für Unfall-Krankheit-Alter
  3. Grundsatzpapier: Reanimation oder Verzicht auf Reanimation
  4. Grundsatzpapier: Demenzbetroffene im Akutkrankenhaus (in Bearbeitung)

7. Wer kann Ethikberatung anfordern?

  1. Patienten
  2. Angehörige
  3. Ärzte
  4. Pflegende
  5. und andere Mitarbeiter der Kreisklinik Roth

8. Wie fordert man eine Ethikberatung an?

Teilen Sie uns Ihre konkrete Fragestellung in schriftlicher Form mit.

Das erforderliche Formular erhalten Sie beim  Pflegepersonal Ihrer Station, die dieses unverzüglich an das Klinische Ethik-Komitee weiterleitet.

9. Wer sind Ihre Ansprechpartner in der klinischen Ethikberatung?

Das Klinische Ethik-Komitee der Kreisklinik Roth wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen. Es ist ein interdisziplinäres Beratungsgremium bestehend aus 12 Mitgliedern mit umfassender Erfahrung in medizinischen, pflegerischen, juristischen, administrativen, therapeutischen und seelsorgerlichen Bereichen.

Über die Klinische Ethikberatung hinaus erarbeitet dieses Gremium Leitlinien und Papiere zur Entscheidungshilfe für die Klinik und bietet ethische Fortbildungsveranstaltungen sowie offene Diskussionsrunden und Fachgespräche an.