Apotheken als Lotsen

28.11.2019 - Von: G. Rudolph

Durch langjährigen Kontakte zu ihren Kunden sind die Apotheken bereits heute schon Anlaufstelle für viele Gesundheitsfragen. Besonders eignen sie sich, um Demenzpatienten und ihre Angehörigen über Präventionsmöglichkeiten oder Unterstützungsangebote zu informieren.

Auf diesem Hintergrund startete unter Federführung der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Roth, der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern und der Bayerischen Apothekerkammer in der Kreisklinik Roth, das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“.
Im Landkreis Roth nehmen 10 Apotheken an dem Projekt teil und sind zukünftig als „Demenzfreundliche Apotheke“ von außen erkennbar. Insgesamt nahmen an der Auftaktveranstaltung 28 Apotheker aus den Landkreisen Roth, Weißenburg-Gunzenhausen, Schwabach und Nürnberger Land teil.

Auf die Frage was das Projekt leisten wird, erklärte Bettina Honeiser, stv. Pflegedienstleitung der Kreisklinik Roth und 2. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern, dass die Apotheker und Pharmazeutisch-technischer Assistenten zukünftig thematisch geschult werden, ihre Zusammenarbeit mit lokalen Partner sowie der Alzheimergesellschaft verstärken und in der Öffentlichkeit als „Lotsen im Gesundheitswesen“ auftreten werden.

Honeiser sagte, dass „viele Angehörige von demenzkranken Patienten so stark in deren Pflege eingebunden sind, dass sie fast keine Zeit mehr haben, um sich über mögliche Entlastungsmöglichkeiten zu informieren und dankbar für jede Unterstützung sind“. Die Apotheken wären deshalb als Anlaufstellen für unterstützende Beratung bestens geeignet.

Apotheker erleben häufig hautnah die Ängste und Sorgen von Angehörigen bei der Versorgung von betroffenen Familienmitgliedern. „Nach der Diagnose Demenz sind viele Betroffene zunächst unsicher“, weiß Petra Lobenwein vom Pflegestützpunkt Roth aus ihrem Arbeitsalltag zu berichten.

In der Praxis geht es den Initiatoren des Projekts die Patienten oder deren Angehörige in der Apotheke anzusprechen und ihnen erstmals die speziell konzipierten Apothekenflyer, oder andere Info-Materialen mitzugeben. Auf Wunsch kann anschließend auch direkt der Kontakt zu einer Beratungsstelle hergestellt werden.

Die Initiative hat nicht nur eine pharmazeutische, sondern auch politische Bisanz,  denn vermehrt erkennen Kommunalpolitikern, dass die wohnortnahen Apotheken wichtige Bausteine im gesamten Betreuungsangebot betagter Menschen sind. Apotheken helfen gerne mit, dass Städte und Gemeinden für alle Altersgruppen lebenswert bleiben. In einem regelmäßig stattfindenden Qualitätszirkel wird die Thematik weiter vertieft.

Apotheken die am Projekt teilnehmen:
Schwanstetten, Brunnen-Apotheke; Schwabach, Rathaus-Apotheke; Roth, Frosch Apotheke an der Kreisklinik; Hilpoltstein, Neue-Apotheke; Hilpoltstein, Burg-Apotheke; Hilpoltstein, Apotheke im Fürstenhof; Georgensgmünd, Markt-Apotheke; Spalt, Stadt-Apotheke; Heideck, Stadt-Apotheke; Büchenbach, Franken-Apotheke