Impfaktion im Landkreis gestartet

28.12.2020 - Von: Rainer Messingschlager, Hilpoltsteiner Kurier

Auftakt im Augustinum und in der Rother Kreisklinik – „Der einzige Weg, der Pandemie zu entkommen“

Hilpoltstein – Auch im Landkreis Roth haben die Impfungen gegen das Corona-Virus am Sonntag begonnen. Zum Auftakt wurden zeitgleich Seniorinnen und Senioren im Rother Augustinum sowie Personal in der Rother Kreisklinik geimpft.
Wie alle anderen Landkreise hat auch der hiesige zunächst rund 100 Dosen erhalten.

Am Tag zuvor wurde der erste Impfstoff gegen das Corona-Virus angeliefert. Somit konnte pünktlich mit den ersten Impfungen begonnen werden. Dafür zuständig ist im Landkreis die Firma Vitolus aus München. Sie betreibt die Impfstrecke und das Impfzentrum in Roth und führt auch die aktuelle Impfaktion durch. Vitolus ist im Landkreis bekannt, da sie bereits das Testzentrum betreiben. Für die Aktion in der Klinik waren vier Mitarbeiter von Vitolus, zwei Medizinstudenten, eine Verwaltungsfachkraft und ein Mediziner, vor Ort.

In der Kreisklinik wurden nach Auskunft von Sprecher Guntram Rudolph 50 Dosen am Sonntag verimpft. Der Impftermin für die Mitarbeiter sei zuvor festgelegt worden. Das Prozedere habe so ausgesehen, dass alle zehn Minuten ein Mitarbeiter zur Impfung bestellt worden sei. Dabei sei eine Telefonliste von der stellvertretenden Vorstandschefin Nadine Ortner und Verwaltungskraft Sabine Gräf erstellt worden. Am Sonntagmorgen seien dann die angerufen worden, die geimpft worden.

Auch für das Klinikpersonal ist die Impfung – wie für alle Bürgerinnen und Bürger – freiwillig. Um zu erfahren, wer sich impfen lassen will, habe er am Freitag der Vorweihnachtswoche eine Liste ausgelegt, erzählt Rudolph. Auf dieser hätten sich in kürzester Zeit rund 200 Namen befunden. Die Impfbereitschaft ist seiner Meinung nach also hoch, denn von der Grippeschutzimpfung kenne er einen etwas anderen Zuspruch.

Unter den ersten, die sich am Sonntag impfen ließen, war Heidi Dotzer aus Hilpoltstein. Die Fachkrankenschwester ist seit 40 Jahren in der Kreisklinik tätig und auf der Intensivstation im Einsatz. Warum sie sich hat impfen lassen? „Wenn man sieht wie schlimm das ist, ich habe das ja die Monate über im Haus erlebt, dann bin ich froh, dass der Impfstoff da ist. Ich will mit meiner Teilnahme die gesamte Impfaktion unterstützen“, sagt die 62-jährige zu ihrer Motivation.

Auch Harald Bauer aus Freystadt war unter den ersten. Der 57-jährige Fachkrankenpfleger der Intensivstation ist seit 2014 in der Kreisklinik in Roth. Zuvor war er lange Jahre in den USA, wohin er noch immer gute Kontakte hat. Da dort die Impfungen früher begonnen haben, hatte er sich im Vorfeld informiert, dass diese bisher problemlos verliefen. Und so gilt für ihn: „Impfen ist der einzige Weg, der Pandemie zu entkommen.“ Aktuell befinden sich im Übrigen drei beatmete Covid-Patienten auf der Intensivstation in der Kreisklinik Roth.

Wie in den anderen 98 Impfzentren gilt auch in Roth, dass verstärkt Impfungen angeboten werden können, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.
Über 2000 Freiwillige unterstützen in Bayern die Impfungen – neben medizinischem sowie Verwaltungs- und Sicherheitspersonal werden in den Impfzentren etwa 500 Ärzte im Wechseldienst eingesetzt, über 6000 Ärzte haben sich zudem zur Unterstützung bereiterklärt. Der Freistaat geht davon aus, täglich über 30000 Impfungen vornehmen zu können. Wie viele Dosen in den nächsten Tagen in der Kreisklinik zur Verfügung stehen, war laut Sprecher Rudolph am Sonntag noch nicht bekannt.

Anspruch auf eine Impfung haben zunächst die am höchsten priorisierten Bevölkerungsgruppen, wie medizinisches Personal und Menschen ab 80 Jahren. Diese werden durch Anschreiben informiert werden. Kontaktdaten von Impfzentren können auf der Homepage des Gesundheitsministeriums abgerufen werden. Termine werden telefonisch beim jeweiligen Impfzentrum vereinbart.

Text: Rainer Messingschlager, Hilpoltsteiner Kurier
Fotos: G. Rudolph, Kreisklinik Roth