Musik genießen und Gutes tun

14.10.2019 - Von: Text M. Klier, Foto D. Steger

In Heideck gab es erstmals ein BENEFIZKONZERT zu Gunsten der Palliativstation an der Kreisklinik und des Hospizvereins Hilpoltstein-Roth.   Das erste Benefizkonzert in Heideck zugunsten der Palliativstation an der Kreisklinik Roth und des Hospizvereins Hilpoltstein-Roth war ein voller Erfolg. Martina Schuster, sie ist ausgebildete Hospizbegleiterin und Organisatorin der Veranstaltung, freute sich über den Besucheransturm.

Unter den Ehrengästen befanden sich Schirmherr Landrat Herbert Eckstein, die Bürgermeister aus Heideck und Thalmässing, Ralf Beyer und Georg Küttinger, sowie Pfarrerin Beate Krauß. Klar, dass die auftretenden Gruppierungen ihr Programm kostenlos der guten Sache widmeten und dass der Erlös aus dem Speisen- und Getränkeverkauf in den großen Spendentopf flossen.

Den Anfang des Programms gestaltete die Chorgemeinschaft ChorElai aus Laibstadt unter der Leitung von Irmgard Meier. „Öffne dein Herz, für das, was wirklich zählt“, hieß der erste Titel, dem weitere wie „Wie das ist, wenn dich jemand annimmt wie ein Kind“ und „A Better World“ oder „Oh Happy Day“ folgten. Unterstützung erfuhr der Chor durch ein Instrumentalensemble, zu dem neben Querflöten, E-Piano und Gitarre auch ein Cello gehörte.

Landrat Herbert Eckstein dankte für die Initiative zu diesem Benefizkonzert. Mit einer Palliativstation verdiene man kein Geld, deshalb seien Spenden sehr wichtig. Er erinnerte an das Kirchenlied „Wir sind nur Gast auf Erden“. Dabei meinten wir immer, das Ende treffe immer nur die Anderen. Es sei wichtig, dass es Einrichtungen gebe, die den letzten Lebensabschnitt noch lebenswert machten.

Was aber versteht man unter Begriffen wie Palliativstation und Hospizverein? Martina Schuster befragte in einem Interview Irene Kanis von der Palliativstation und Elisabeth Rödig vom Hospizverein. Die Palliativstation ist an der Kreisklinik Roth zuhause, aber die Mitarbeiter sind auch in sämtlichen Alten- und Pflegeheimen des Landkreises Roth tätig, soweit eine Kooperation vereinbart wurde. Sie sind Mitglied der gemeinnützigen Genossenschaft Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV).

Hospizverein „schenkt Zeit“
Da die meisten Menschen zuhause sterben möchten, kümmert sich die SAPV um die Sterbenden in ihrer gewohnten Umgebung. Der Hospizverein „schenkt Zeit“. Zuhören unterhalten, vorlesen, singen, beten und die Entlastung der Angehörigen gehören dazu. Jeder könne diese Begleitung in Anspruch nehmen. Alter, Geschlecht, Religionszugehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit spielen dabei keine Rolle. Da alle Mitarbeiter ehrenamtlich arbeiten, entstehen keine Kosten.

Der Anruf bei einem Koordinator, Dieter Steger, Telefon (0 91 71)15 45, vermittelt einen Begleiter. Trauercafé, Einzelberatung, Hilfe beim Erstellen von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind weitere Angebote.

Beide Organisationen haben es sich zum Ziel gesetzt, schwerkranke und sterbende Menschen zu begleiten und das bestmögliche Leben in Würde bis zum Tod zu ermöglichen. Dabei werden auch die Angehörigen nicht außer Acht gelassen.

Der Chor „Mamamia“ aus Röttenbach wurde von Doreen Pichler geleitet, stellvertretend für Heiner Schielein. Angela Hörmann führte in ansprechender und informativer Weise durch das Programm. Sie zitierte Josef von Eichendorffs Gedicht „Schläft ein Lied in allen Dingen“. Damit stimmte sie auf das Lied „Da berühren sich Himmel und Erde“ ein. Erstaunlich, mit welcher Klangfülle der aus lediglich sechs Sängerinnen bestehende Chor agierte. Tief unter dem bitterkalten Schnee liegt der Samen, aus dem durch die Liebe der Sonne im Frühling die Rose erblüht. Wer ein Leben lang Angst vor dem Sterben hat, der lebt nicht wirklich. „The Rose“ von Bette Midler griff dieses Thema gefühlvoll auf.

Mit dem Wunsch „Sei behütet!“ verabschiedete sich Mammamia unter viel Applaus.

Hans Seidl ist der Leiter der Band „BlackByrd“ aus Thalmässing. Nach einem ausführlichen Soundcheck legte die Formation, bestehend aus Sängerin und Gitarristin ChristineSchabdach, Hans Seidl (Gesang, Gitarre, Mundharmonika), Peter Hauke (E-Piano, Gesang) und Jörg Konz (Percussion) temperamentvoll los. Die Pop-Klassiker der 60-er und 70-er Jahre sind ihr Metier.

Festes Programm? Fehlanzeige! Nach jedem Titel verständigte man sich kurz, wie es weitergeht. Lustig und locker ging das. Diesympathischkraftvolle Stimme der Sängerin tat ein Übriges dazu. Bob Dylans Klassiker „Mr. Tambourine Man“ wurde begeistert aufgenommen. Weitere schwungvolle Titel wie „Lookin‘ Out My Back Door“ und „You’ve Got a Friend“ folgten. Der „interaktive“ Protestsong schloss sich an: „Stop Hey!”, das war vom Publikum zu schaffen, sehr zur Erheiterung der Akteure. Eine eigene Version von „Norwegian Wood“ war mit IKEASong betitelt. Aber auch Nachdenkliches gab es, etwa mit „When I’m Dead And Gone“, von McGuinness Flint, der nicht möchte, dass jemand an seinem Grab trauere. Der „Black-Byrd-Song“von den Beatles, gewissermaßen das Markenzeichen der Band, rundete den Vortrag ab.

Kleine Idee wurde ganz groß
Bürgermeister Ralf Beyer dankte den Mitwirkenden, allen voran der Organisatorin Martina Schuster, bei der sich aus einer kleinen Idee eine immer größere entwickelt habe. Nicht vergessen solle man aber auch die bereitstehende Spendenbox.

Nach all den mitreißenden Titeln ließen es die BlackByrds als A-capella-Chor leise ausklingen mit dem Schlaflied „Go To Sleep You Little Baby“. Nach diesem fast dreistündigen Konzert galt der lang anhaltende Applaus allen Mitwirkenden für ihre gekonnten Darbietungen.

Weitere Informationen unter:

Palliativstation der Kreisklinik Roth
Hospiz-Verein Hilpoltstein-Roth e.V