Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen

03.07.2019 - Von: G. Rudolph

Ein Krankenhausaufenthalt ist für die meisten Menschen in ihrem Leben ein einschneidendes Ereignis. Und ganz nach dem Spruch. "Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen“ tragen schmackhafte und gesunde Mahlzeiten nicht nur zum Wohlbefinden der Patienten bei, sondern sind ebenso Bestandteil der Therapie.

Die Küche der Kreisklinik Roth produziert täglich durchschnittlich 500 Mittagessen. Davon werden bis zu 100 Portionen an das Gymnasium Roth geliefert, für die Rehabilitanden der Alpha-Reha stellt die 40 Mittagessen bereit. Mitarbeiter und Hausgäste verzehren täglich 100 bis 150 Gerichte.

Hinzu kommt, dass die Diätassistentinnen für die Patienten, die aus medizinischen oder persönlichen Gründen eine Sonderverpflegung benötigen, am Herd stehen und mit ihren Kochkünsten oft Unmögliches ermöglichen. Vor diesem Hintergrund wollte die Klinikleitung wissen, wie die Patienten die Speiseversorgung in der Klinik bewerten und startete in den vergangenen Monaten zwei repräsentative Patientenbefragungen.

Im Zeitrahmen von 3 Monaten, an verschiedenen Tagen, durften sich die Patienten zu den verschiedenen Tagesgerichten auf einem Fragebogen äußern.
Als Ergebnis haben die Patienten den Küchenmitarbeitern mit ihren Rückmeldungen das Prädikat „sehr gut“ verliehen. Und mit einer Rücklaufquote von 45 % bei 412 befragten Personen war man sehr zufrieden, denn die Patienten verlassen bereits nach wenigen Tagen wieder die Klinik und sind schwer erreichbar.

Vom Befragungsergebnis war nicht nur die Klinikleitung hoch erfreut. Vor allem das Mitarbeiterteam unter Leitung von Küchenchef Horst Wolf und Küchenmeisterin Petra Haumann bewerteten die Rückmeldung durch die Patienten als ein Qualitätssiegel.

Ganz nach dem Motto: „Aus der Region für die Region“ beruht das Erfolgsrezept der Speisenproduktion nach Einschätzung der Leitungskräfte unter anderem auf den Einsatz von möglichst viel regionalen und saisonalen Lebensmitteln.
Beispielsweise kommen Fleisch, Wurst, Brot und Gebäck sowie Kartoffeln, Nudeln und Joghurt aus der Region Mittelfranken.

„Vor allem, dass wir hier noch richtig kochen dürfen und die meisten Gerichte von uns in Eigenproduktion hergestellt werden“, ist für Haumann ein weiterer Grund, der die hohe Patientenzufriedenheit erklärt. „Wir stellen unsere Suppen, Pfannkuchen, Salatdressings, Bratensoßen, Kuchen und Kartoffelpüree nach wie vor in unserer Küche selbst her“. Auch die Kartoffeln werden immer noch von Hand geschält und eine Fritteuse gehört nicht zum Inventar der Großküche.

Bei aller positiven Kritik, gab Haumann zu bedenken, dass die Küche inzwischen 35 Jahr alt ist und somit nicht alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden können. Gerade in der Kühl- und Wärmetechnik hat sich in den letzten Jahren sehr viel verbessert und wird in die neue Küche mit einziehen.

Außerdem kommen die Rohstoffe der Speiseversorgung zu einem großen Teil von regionalen Erzeugern und 13 von 17 Lieferanten (76%) der Klinik sind in der Region ansässig. Für eine Großküche ist das außergewöhnlich hoch, so die Küchenmeisterin. Bio-Gerichte bietet die Kreisklinik derzeit noch nicht an. Die Nachfrage nach veganen Gerichten steigt stetig und so gibt es konkrete Überlegungen, das Angebot veganer Gerichte weiter anzuheben.

Zum „ehrlichen Kochen“ sollte aber auch die „Zwickmühle“ benannt werden, in der sich Köche und Diätassistenten hin und wieder befinden. Die Patienten erwarten zu Recht eine große Auswahl an Gerichten in einer sehr guten Qualität. „Würden wir aber zu 100%  alles regional einkaufen, müssten Gerichte von der Speisekarte gestrichen werden, denn es gibt saisonale    und mengenmäßige Grenzen, in denen sich die Mitarbeiter bewegen müssen. Unsere Auswahl, Vielfalt und Qualität ist top und dies merken Patienten, Mitarbeiter und Hausgäste.

Mit den persönlichen Statements wie „Essen Top, macht weiter so“ oder „Das Essen war sehr lecker“
gaben die Patienten dem Küchenteam einen großen Auftrag für die Zukunft.