Kreisklinik: 120-Millionen-Euro-Umbau kann beginnen

26.07.2018 - Von: Robert Gerner, Schwabacher Tagblatt

Bayern sichert für den ersten Bauabschnitt Förderung von 32,33 Millionen Euro zu — Planungen vorantreiben — Losgehen soll es Ende 2019 - 25.07.2018 13:30 Uhr   LANDKREIS ROTH - Grünes Licht für eine der größten Investitionen im Landkreis Roth in den vergangenen Jahrzehnten: Die Kreisklinik Roth ist nach einem Jahr Wartezeit in das Krankenhaus-Bauprogramm des Freistaats aufgenommen worden. Damit kann voraussichtlich im nächsten Jahr mit dem ersten von mindestens vier Bauabschnitten begonnen werden.

Alleine dieser Abschnitt wird rund 46 Millionen Euro verschlingen. Insgesamt wird der Umbau der Klinik in den nächsten acht bis zehn Jahren mindestens 120 Millionen Euro kosten.

32,33 Millionen Euro an staatlicher Förderung stehen für den ersten Bauabschnitt zur Verfügung. Die restlichen knapp 14 Millionen müssen die Klinik selbst (eine Million) und der Landkreis Roth (12,67 Millionen) aufbringen. Rein theoretisch wäre der Landkreis zu dieser Investitionshilfe nicht verpflichtet, schließlich ist die Klinik seit 2002 ein selbstständiges Kommunalunternehmen. In der Kreispolitik ist man jedoch der Überzeugung, dass man der Klinik nicht einen zu schweren finanziellen Rucksack aufbürden dürfe, damit sie nicht in eine existenzbedrohende Schieflage gerät.

Schwarze Null oder mehr
Schon bei der Umwandlung des früher unter dem Dach des Landkreises angesiedelten Kreiskrankenhauses in ein flexibler arbeitendes Kommunalunternehmen waren die Altschulden aus dem Neubau von 1984 und aus dem Bau der geriatrischen Rehabilitation 1998 beim Landkreis geblieben. Die Klinik hatte also bei "Null" beginnen können und war auch deshalb in der Lage, in den vergangenen Jahren in der Regel einen Jahresabschluss mit einer schwarzen Null (oder etwas mehr) vorzulegen. Verschiedene Modernisierungen und der Bau des Gesundheitszentrums II konnten so aus eigener Kraft gestemmt werden.

Trotzdem ist die Klinik selbst in die Jahre gekommen. Die große Modernisierung samt Teil-Neubau ist schon seit einigen Jahren im Gespräch. Ursprünglich hatte man gehofft, schon 2017 in das Krankenhaus-Bauprogramm des Freistaates aufgenommen zu werden. Das klappte nicht, im Nachhinein ist das aber nicht allzu schlimm. "Die Planungen sind so komplex, die Abstimmungen so aufwändig, dass wir ohnehin in diesem Jahr nicht mit dem Bau hätten beginnen können", so Nadine Ortner, die Assistentin des Vorstands.
Diese Planung wurde in den vergangenen Monaten unter Federführung der Architekten Andreas Eckl (Regensburg) und Thomas Wenzel (Roth) vorangetrieben. Wenzel hat zum Beispiel schon den Bau der beiden Gesundheitszentren neben der Klinik verantwortet, Eckl ist ein Spezialist für Großprojekte im Gesundheitswesen.

Nach Westen verlängert
Mit dem ersten Bauabschnitt wird die Klinik gewissermaßen nach Westen verlängert. Dort entsteht ein Neubau, in den später der komplette OP-Bereich, die Zentralsterilisation, der Aufwachraum, eine neuartige Tagesklinik für ambulante Operationen, die Intensivstation (zehn Betten), eine neue Intermediate Care mit zehn Betten (eine Art Zwischenstufe zwischen normaler Station und Intensivstation), die Endoskopie und die neuen Kreißsäle einziehen werden. Letzteres ist ein klares Statement für das langfristige Festhalten an der Geburtshilfe. Intensivstation und Endoskopie waren die ursprünglichen Auslöser aller Überlegungen für die Generalsanierung. Denn so wie diese beiden Abteilungen derzeit untergebracht sind, ist es ganz sicher nicht mehr zeitgemäß.

Baubeginn soll jetzt im vierten Quartal 2019 sein. Die Bauarbeiten dürften dann bis zu drei Jahre dauern. Gleichzeitig müssen die Anträge für die nächsten Bauabschnitte gestellt werden. Wenn die oben beschriebenen Abteilungen in den Neubau gezogen sind, wird der alte Funktionstrakt in mehreren Abschnitten generalsaniert. Dort werden dann andere Abteilungen hinziehen. Auch die Generalsanierung der sternförmig angelegten Stationen steht auf der Agenda.

Glücklich, dass es losgeht
Nadine Ortner geht davon aus, dass sich die Generalsanierung über acht bis zehn Jahre hinziehen könnte. "Es wird eine Belastung für Mitarbeiter und auch für die Patienten", räumt Ortner ein. "Aber hier im Haus sind alle glücklich, dass es jetzt losgehen kann."


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Die Kreisklinik Roth von oben. Vorne die Geriatrie, der langgestreckte Bau in der Mitte die Funktionsabteilungen, dahinter der sternförmige Stationstrakt. Oben links die beiden Gesundheitszentren. Der etwa 46 Millionen Euro teure Neubau, für den der Freistaat jetzt gewissermaßen grünes Licht gegeben hat, entsteht in westlicher Verlängerung des Funktionstrakts, von diesem Luftbild aus gesehen also auf der rechten Seite. Foto: Guntram Rudolph