Mit Hightech gegen Krebs

29.04.2019 - Von: Text und Bild: Claudia Weinig, Roth Hilpoltsteiner Volkszeitung

Die Rother Kreisklinik hat ein qualitativ außerordentlich hochwertiges Gerät für die MAMMOGRAFIE in Betrieb genommen.

Mit Hightech gegen Krebs. Ein neues Mammografie-Gerät ist seit Kurzem Teil der Radiologie und der Gynäkologie des Rother Kreisklinik-„Maschinenparks“. Es soll die Früherkennung von Tumoren in der Brust buchstäblich deutlich erleichtern. Hochauflösende Digitaltechnik, wie sie auch im Erlanger Uni-Brustzentrum verwendet wird, ist damit „aufs Land“ gezogen.

Für Dr. Andreas Bittl, einen der Belegärzte des Hauses, „eine Investition, die in erster Linie den Frauen aus der Region zugute kommt, weil wir damit eine hoch qualifizierte und dabei wohnortnahe Diagnostik anbieten können“. Für ihn umso wichtiger, da immer mehr niedergelassene Radiologen die Mammografie aufgrund der hohen Gerätekosten und der eher geringen Vergütung von Seiten der Krankenkassen abstoßen.

Rund 150 000 Euro musste Kreisklinikvorstand Werner Rupp aus dem Klinikbudget locker machen, um das hochmoderne Gerät anschaffen zu können.
Ein Gerät, das beispielsweise sogenannten Mikrokalk in der Dicke von Millimeter-Bruchteilen in den Milchgängen einer Brust sichtbar machen kann. Und damit eine mögliche (!) Vorstufe von Krebs aufdeckt. In einer „brillanten Qualität“, so Dr. Lienhardt Schimmel, Chefarzt der radiologischen Abteilung der Rother Kreisklinik.

Schichtaufnahmen und spezielle Zusatzgeräte ermöglichen dem Operateur, sollte aufgrund der Diagnose doch ein Eingriff nötig sein, ein noch genaueres Arbeiten als bisher.
Dazu kommt, dass zum einen die Untersuchung an sich mit weniger Druck als mit den herkömmlichen Geräten zu machen ist; und die Strahlendosis — für viele Frauen noch immer ein Angstfaktor — laut Bittl „weitaus geringer ist als man bei einem Flug nach Amerika abbekommt“.

Nach den ersten Einsätzen und Eingriffen fällt das Fazit der beiden Mediziner eindeutig aus: „Dieses hochmoderne Gerät bietet Qualität, Komfort und Sicherheit. Für Patientinnen und Patienten gleichermaßen wie für diejenigen, die es bedienen.“


Fakten zum Thema Brustkrebs

Ungefähr 71000 Frauen werden in Deutschland jedes Jahr mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert; das heißt durchschnittlich erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Brustkrebs ist damit die häufigste Krebserkrankung der Frau.
Dabei tritt der weit größte Teil der Brustkrebserkrankungen zufällig auf, das heißt ohne dass die Erkrankung in der Familie bereits häufiger aufgetreten wäre. Die Medizin hat in den vergangenen Jahrzehnten gerade bei der Diagnose und Behandlung enorme Fortschritte gemacht. Die Zahl der Erkrankungen ist steigend; dafür werden die Heilungschancen und Therapiemöglichkeiten aber immer besser.

Brustkrebs, den im Übrigen auch Männer bekommen können, ist heilbar, wenn er frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird (Quelle: www.leben-mit-brustkrebs.de).
Dazu gibt es das flächendeckende „Mammografie-Screening“, das in der Regel kostenfrei ist. Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren erhalten automatisch alle zwei Jahre eine Einladung zu einer Mammografie- Untersuchung. Die Einladung wird von der sogenannten „Zentralen Stelle“ versendet, die ihre Daten vom zuständigen Einwohnermeldeamt erhält. Die Untersuchung findet hier im Landkreis Roth in einem speziell ausgestatteten Fahrzeug, dem Mammobil, das festgelegte Standorte regelmäßig anfährt, statt. Dessen Ausstattung entspricht einer Röntgenpraxis, in der nur Mammografien aufgenommen werden.

Zusätzlich übernimmt die Krankenkasse für Frauen im Alter ab 20 Jahren die Kosten für die jährliche Krebsvorsorge-Untersuchung, die dann wiederum bei niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen, wie sie auch der Kreisklinik angegliedert sind, stattfinden.

Neue Selbsthilfegruppe
Im Landkreis Roth will sich ab Mai eine neue Selbsthilfegruppe für Frauen mit und nach Brustkrebs etablieren. In einem geschützten Rahmen sollen hier die Betroffenen Zeit und Raum finden, um sich auszutauschen, Kraft zu tanken und Möglichkeiten zu finden, um zu lernen, mit dieser Diagnose umzugehen.

Die Selbsthilfegruppe trifft sich erstmals am Donnerstag, 16.Mai, 19 bis 21 Uhr, im Kiss (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen) Roth-Schwabach, Sandgasse 5 in Roth.

Die Teilnahme ist kostenlos, ein Obolus von 1,50 Euro pro Person für die Raumnutzung fällt an. Interessentinnen können sich bei Kiss melden unter Telefon (0 91 71) 9 89737 0 oder per E-Mail unter: roth@kiss-mfr.de.