Übers erste Jahr hinaus

24.02.2020 - Von: Claudia Weinig

Der Förderkreis der Kreisklinik will das von ihm maßgeblich finanzierte DEMENZPROJEKT fortsetzen.

Demenz; Erinnerung

LANDKREIS ROTH. Das Demenzprojekt, das vor einem dreiviertel Jahr in der Rother Kreisklinik angelaufen ist, bleibt eine Herzensangelegenheit des „Förderkreises Kreisklinik Roth“. Dieser finanziert maßgeblich diese Initiative mit, die in der Region Vorbildcharakter hat. „Wir wollen unter allen Umständen versuchen, dass wir damit über das erste Versuchsjahr weitermachen können“, betonte Anton Nagel, Vorsitzender des Förderkreises, in der jüngsten Vorstandssitzung.

Die Idee dahinter: dementen Patienten durch zusätzliche Fachkräfte mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung zukommen zu lassen als dies der budgetfinanzierte Klinikalltag zulässt. Denn die Zahl der Patienten, die stationär behandelt werden müssen und die zusätzlich an Demenz erkrankt sind, ist steigend.

Die zusätzlichen Personalkosten aber übernehmen die Krankenkassen prinzipiell nicht. Darum sprang der Förderkreis ein und sicherte zu, im ersten Jahr die Personalkosten in Höhe von 50000 Euro zu übernehmen. Mit dieser Zusage im Rücken hatte die Klinik Anfang Mai mit Tatjana Freudenreich und Melanie Bruckmeier zwei Fachfrauen eingestellt, die auf die Betreuung von dementen Menschen spezialisiert sind.

Erst vor kurzem hatte Pflegedienstleiter Dieter Debus in einer ersten Zwischenbilanz berichtet: „Das ist bayernweit ein Leuchtturmprojekt, um das uns viele beneiden. Nun können wir uns auch einmal der Menschen, die sonst in unserem etablierten Gruppenangebot untergehen, individuell annehmen.“ Im Förderkreis-Führungsteam besteht Einigkeit darin, vor diesem Hintergrund noch mehr als bisher die Werbetrommel für das Demenzprojekt zu rühren, um eventuell mit Hilfe von zusätzlichen Firmenspenden sogar noch eine dritte Fachkraft einstellen zu können. Die Fortsetzung über das erste Jahr hinaus gilt ohnehin als gesetzt. Nicht nur ideell, sondern auch finanziell, nachdem die Kasse laut Kassier Norbert Bickel entsprechende Rücklagen hergibt.

Damit nicht genug: Der Förderkreis wird weitere 3000 Euro zuschießen für den Kauf eines speziellen Überwachungsgeräts, das bei Computertomografie- Untersuchungen eingesetzt werden kann — ein Wunsch, der von Seiten des Kreisklinik-Chefarztes Dr. Lienhardt Schimmel geäußert wurde; der aber allein mit den Mitteln der Kreisklinik nicht realisiert werden könnte.

Ehrenamtliche fehlen
Schwieriger dagegen sei laut Anton Nagel das Problem zu lösen, ehrenamtliche Helfer zu finden; diese seien für die Hauptamtlichen eine wesentliche Hilfe bei der Betreuung von Patienten, gerade auch von Demenzpatienten. Vor allem an den Wochenenden fehle es an Freiwilligen, stellte der Förderkreisvorsitzende bedauernd fest. Hier gelte es die Werbetrommel zu rühren.

In diese Richtung geht die Jahresplanung des Förderkreises. So werden Ende Mai Hilpoltsteiner Gymnasiasten eingeladen, den Klinikalltag hautnah kennenzulernen. Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit Pflegedienstleiter Dieter Debus eine Krankenhausbesichtigung für weniger schwer behinderte Bewohner des Auhofs organisiert; damit wollen die Verantwortlichen versuchen, bei diesen Menschen die Angst vor einem eventuellen Krankenhausaufenthalt abzubauen.

Noch in der Diskussion ist die Wiederholung eines Vortrags über „Erste Hilfe am Kind“. Im Herbst stieß ein entsprechendes Angebot des Förderkreises bei Mitgliedern und Nichtmitgliedern auf so große Resonanz, dass eine Zweitauflage im Gespräch ist; eventuell dann verbunden mit einer Mitgliederwerbeaktion, nachdem der Förderkreis seine Initiativen in erster Linie aus dem (geringen) Jahresmitgliedsbeitrag von 15 Euro sowie aus Spenden bestreitet.