Studenten der PMU schnuppern in den klinischen Alltag

16.05.2019 - Von: G. Rudolph

Die Kreisklinik Roth als Lehrkrankenhaus der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität.
Wertvolle Klinikerfahrung im Zuge ihrer Ausbildung haben nun Studenten in der Kreisklinik Roth gesammelt.
Diese ist seit 2016 als Lehrkrankenhaus der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) in Nürnberg anerkannt und wird als Gütesiegel verstanden. Diese Anerkennung erhalten Krankenhäuser, die kontinuierliche Fortbildungsaktivitäten und hohe klinische Standards nachweisen können. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Physikums, dem ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung, durften sich in diesem Jahr bereits zwölf Studenten des zweiten Studienjahres der PMU in der Kreisklinik Roth in der Praxis erproben.

Die Privatuniversität (PMU) legt im gesamten Ausbildungsverlauf einen sehr hohen Stellenwert auf eine frühestmögliche klinische und praxisnahe Orientierung während der Ausbildung. Ziel des klinischen Untersuchungskurses war es, die vier Hauptabteilungen der Kreisklinik - Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Radiologie - mit ihrem Leistungsspektrum und der klinischen Praxis näher kennenzulernen.
Den Studierenden wird mit den klinischen Untersuchungskursen die Perspektive eröffnet, im Rahmen des praktischen Jahres (PJ), einen Teil der humanmedizinischen Ausbildung in der Kreisklinik zu absolvieren. Zur Unterstützung der internationalen Karriere legen die Studenten am Ende ihrer Ausbildung die amerikanische Zulassungsprüfung (Amerikanisches Staatsexamen) USMLE und schließen ihr Studium mit dem Titel Dr. med. univ. ab.

Der ärztliche Leiter Dr. Dirk Asshoff und Klinikvorstand Werner Rupp wünschten den Studenten, dass "sie bei uns sehen, was sie selbst erwarten". Der Chefarzt verwies auf die besondere Situation an der Rother Kreisklinik: "In den beiden angeschlossenen Gesundheitszentren stehen eine hohe Anzahl von niedergelassenen Ärzten der Kreisklinik als Kooperationspartner der Kreisklinik zur Verfügung und arbeiten bei Bedarf eng mit den vier Hauptabteilungen und fünf Belegabteilungen der Klinik zusammen."

Asshoff  stellte den Zuhörern detailliert die vorhandenen Weiterbildungsmöglichkeiten in der Kreisklinik auf dem Weg zum Facharzt vor. Wer sich für die Allgemeinmedizin interessiere, könne in der Kreisklinik die volle Weiterbildung absolvieren. In den anderen Fachabteilungen sei das zeitlich begrenzt möglich.

Der stellvertretende ärztliche Leiter Dr. Thomas Gall verwies auf das breite Behandlungsspektrum der Kreisklinik. "Wir versorgen Neugeborene genauso wie Menschen im weit fortgeschrittenen Alter und Sie sehen bei uns Dinge, die Sie im Klinikum wahrscheinlich nicht sehen werden." Nach der Einführung konnten sich die Medizinstudenten je nach persönlicher Interessenslage einen Fachbereich auswählen und wurden von einem Mentor begleitet.

Oberarzt Dr. Hermann Griebel, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie, führte die an der Allgemeinchirurgie interessierten Studenten auf eine chirurgische Station, sie visitierten mehrere Patienten mit den vielfältigen Problemen des "diabetischen Fußes". Anhand der klinischen, der laborchemischen und radiologischen Befunde wurde das Krankheitsbild in seiner Gesamtheit vorgestellt. Hierbei wurden sowohl operativ als auch nicht operativ behandelte Patienten in den verschiedenen Phasen der Erkrankung und Therapie vorgestellt.

Der chirurgische Assistenzarzt Dr. Jochen Markel führte die Studierenden in die Welt der von Chefarzt Dr. Thomas Strube geleiteten Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie ein. In der Notaufnahme demonstrierte er am Patienten die klassische Untersuchung von Knie und Schulter. Desweiteren erklärte er das Behandlungsspektrum und die Verfahrensmuster der Schockraumversorgung. Im Schockraum wird die Erstversorgung schwerverletzter und polytraumatisierter Patienten vorgenommen.

Als Beobachter im OP bekamen die Studenten die Möglichkeit, bei der Implantation einer Knieprothese zuzusehen. Der Arzt Jochen Markel erklärte, wie mit Hilfe von Planung im Vorfeld und intraoperativer computergestützter Navigation die ideale Ausrichtung und individuelle Anpassung der Knieprothese möglich ist.

Auch das Schulterzentrum von Dr. Thomas Strube wurde angesprochen und über dessen Spektrum berichtet. Insbesondere die hochmoderne Implantation einer eigens für den Patienten angefertigen Schulterprothese mit präoperativer Planung im 3D-Modell wurde dargestellt. 

Dr. Andreas Stegmeier, Chefarzt der Inneren Medizin und Facharzt für Innere Medizin - Gastroenterologie, onkologische Gastroenterologie (DGVS) und Allgemeinmedizin -, vermittelte die Bedeutung der Visite. Der Patientenkontakt, das Abhören der Lunge sowie die Gespräche mit den Patienten standen dabei im Vordergrund.

Dass der Fachbereich der Anästhesie und Intensivmedizin nicht nur eine nachgeordnete Abteilung der Chirurgie ist, davon wurden die angehenden Mediziner von Chefarzt Dr. Thomas Gall, Anästhesist, spezielle anästhesiologische Intensivmedizin und Assistenzarzt Stefan Elsner überzeugt. Sie stellten verschiedene Narkose- und Anästhesieverfahren vor. Wer praktisch tätig werden wollte, konnte an einem Übungsphantom gleich selbst Hand anlegen.

In der radiologischen Abteilung konnten die Studenten dem leitenden Oberarzt Bernd Rietzler über die Schulter schauen und seine Vorgehensweise bei einer Ballondilatation eines Blutgefäßes im Oberschenkel und eine CT-gesteuerte Leberpunktion beobachten. Hier wurde einem Patienten in der Leber Gewebe entnommen, um eine Metastasenbildung abzuklären.

Dr. Thomas Ruppert, Oberarzt für innere Medizin und Kardiologie, stellte den jungen Zuschauern die TEE (Transösophageale Echokardiographie), umgangssprachlich auch Schluckecho genannt, vor. Bei einem Patienten untersuchte er durch die Speiseröhre die entzündete Herzklappe des Patienten und erklärte die sichtbaren Strukturen des Herzmuskels.

Dabei befindet sich der Ultraschallkopf in einem Endoskop und wird in die Speiseröhre eingeschoben. Durch die hochaufgelöste Darstellung des Herzens lassen sich Herzklappenfehler und kleinste Blutgerinnsel sowie Entzündungen (Endokarditis) exakt untersuchen.

In der Feedbackrunde am Ende des Seminartags gab es von den Anwesenden nur positive Rückmeldungen. Die Erwartungen hätten sich erfüllt und "obwohl man nur reingeschnuppert" habe, sei man von der positiven Arbeitsatmosphäre ebenso überrascht gewesen wie von den interessanten Lernangeboten und der Offenheit der Mitarbeiter, fasste ein Teilnehmer die Eindrücke zusammen.