Feuerwehr testet Ernstfall in der Nuklearmedizin der Kreisklinik Roth

25.06.2019 - Von: Ulrike Naumann, Freiwillige Feuerehr Roth

Wer am Samstag gegen 14h einen Besuch in der Kreisklinik Roth gemacht hat, bekam zunächst einmal einen großen Schreck: Die Feuerwehr war vor Ort, nach und nach rückten immer mehr Fahrzeuge an und verschiedene Feuerwehrleute rüsteten sich mit zum Teil sehr sonderbar aussehenden Anzügen aus. Sogar aus Georgensgmünd wurden Kräfte alarmiert. Was war passiert? Um es gleich vorweg zu nehmen - nichts. Es handelte sich hier um eine groß angelegte Übung.

Gegen 14:00 wurde die Feuerwehr per Handdruckmelder alarmiert. Im Bereich der Nuklearmedizin kam es bei einem Kühlgerät zu einem technischen Defekt, es entwickelte sich nach einem Schwelbrand eine leichte Verrauchung.

Zunächst gingen die Kameraden von einem normalen Brandmeldealarm aus. Allerdings stellte sich dann heraus, dass sich dieser Vorfall im Labor der Nuklearmedizin ereignet hatte und dabei möglicherweise radioaktive Substanzen freigeworden sein könnten. Laborpersonal sowie ein Patient sollen kontaminiert sein. Daher wurde das Schlagwort entsprechend geändert und weitere Kräfte nachalarmiert.

Der erste Angriffstrupp wurde zur Menschenrettung in Richtung Labor geschickt, dabei kam auch der extrabreite Rauchvorhang zum Einsatz. Vor Ort war zunächst einmal wichtig, die verletzten Personen möglichst schnell aus dem Gefahrenbereich zu bringen und den potentiellen Strahler abzuschirmen. Ein Brand konnte nicht festgestellt werden. Die Menschenrettung gelang zügig und so konnten die Patienten versorgt werden.

Außen vor der Klinik wurden unterdessen alle Vorbereitungen zur Dekontamination aller Betroffenen getroffen: ein Korridor wurde abgesperrt, der Gefahrenbereich durfte nur auf diesem Weg verlassen werden. Sobald hier alles bereit war, konnten die Verletzten und die Einsatzkräfte die Klinik verlassen. Jeder musste sich der genauen Kontrolle auf radioaktive Kontamination unterziehen und bei Bedarf wurde eine grobe Dekontamination (z.B. durch Ablegen der Schutzkleidung und persönlichen Schutzausrüstung) durchgeführt.

In der Zwischenzeit bekam ein zweiter Trupp den Auftrag, mit Hilfe spezieller Mess-Sonden die auftretende radioaktive Strahlung im Labor zu messen. Auch diese Kameraden wurden am Ende ihres Einsatzes kontrolliert.

In der Hoffnung, dass dieser Ernstfall nie eintreten möge, bedanken wir uns bei allen Beteiligten für die Möglichkeit, diese Situation annähernd realistisch zu beüben!

Fotos: Andreas Pitka, Freiwilige Feuerwehr Roth


Anmerkung der Kreisklinik Roth: Wir danken allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz bei bestem Biergarten - und Badewetter. Freizeit könnte man auch anders verbringen.
Möge der simulierte Ernstfall so nie eintreten!