Vater folgt als Chef der Tochter nach

04.05.2020 - Von: Text u. Bild: Tobias Tschapka

Dr. Zakaria Abo Mostafa ist ab 1. Mai neuer CHEFARZT in der Rother Kreisklinik. Familiäre Beziehung ins Haus.

Nicht jede Neuigkeit aus der Kreisklinik Roth muss etwas mit der Corona-Pandemie zu tun haben: Seit Dienstag gibt es einen neuen Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie. Diese Stelle war seit dem plötzlichen Tod von Thomas Strube im Dezember vergangenen Jahres vakant. Dabei handelt es sich um den 54-jährigen Dr. med. Zakaria Abo Mostafa, der bis jetzt leitender Arzt der Unfallchirurgie des Sana Klinikums in Hof und Sektionsleiter Fußchirurgie und Kinderorthopädie ist. Er wird am kommenden Montag seinen Dienst in Roth antreten.

Rund ein Dutzend Mediziner hatten sich auf die ausgeschriebene Stelle beworben. Der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Landrat Herbert Eckstein hatte die Aufgabe, den besten Kandidaten auszuwählen. „Dr. Abo Mostafa bekam von uns ein eindeutiges Vertrauensvotum, denn wir sind überzeugt, dass er dem guten Ruf unseres Hauses mit allen damit verbundenen Herausforderungen gerecht werden wird“, betonte Eckstein bei der Vorstellung des neuen Chefarztes in Roth.

Arzt aus Palästina
Geboren wurde Dr. Abo Mostafa 1966 in Khanyunis im Gaza-Streifen, Palästina. Dort legte er 1984 sein Abitur ab und kam schon ein Jahr später nach Deutschland, um zunächst die deutsche Sprache zu lernen, und sich anschließend im Studienkolleg der Universität Münster auf ein Medizinstudium vorzubereiten. Dies erfolgte zwischen 1987 und 1994 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die praktische Ausbildung am Klinikum Fürth (Unfallchirurgie, Kardiologie), sowie im Uni-Klinikum Erlangen (Kieferchirurgie).

Nach seiner Zeit als Arzt im Praktikum im Fürther Klinikum in der Abteilung Unfall- und Wiederherstellungschirurgie blieb er dort bis 2007 Assistenzarzt. „In den 13 Jahren erlangte ich unter anderem den Facharzt für Chirurgie und spezielle Unfallchirurgie, sowie die Facharztbezeichnung für Orthopädie und Unfallchirurgie. In dieser Zeit war ich außerdem häufig als Notarzt unterwegs“, so Abo Mostafa.

2007 wechselte er für kurze Zeit als Oberarzt an die Klinik Weißenfels in Sachen-Anhalt, ein Jahr später an das Klinikum in Weiden in der Oberpfalz, wo er seine Karriere 2011 als geschäftsführender Oberarzt, und zwischen 2013 und 2018 als leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall und Handchirurgie fortsetzte. Seit Juli 2018 bis jetzt ist er als leitender Arzt am Sana Klinikum Hof tätig – und ab Mai als Chefarzt in der Kreisklinik Roth.

„Nicht zuletzt durch meine Zeit in Fürth und Erlangen ist Mittelfranken zu meiner zweiten Heimat geworden“, betont Abo Mostafa, der sich nicht nur darüber freut, alte Bekannte aus Allersberg und Hilpoltstein jetzt häufiger sehen zu können, sondern er trifft auch in der Kreisklinik zwei Oberarztkollegen, mit denen er bereits in Rummelsberg und in Fürth zusammengearbeitet habe. „Es ist schön, hier im Klinikum auf vertraute Personen zu treffen, daher bin ich überzeugt, dass wir ein gutes Team entwickeln werden“, so Abo Mostafa. „Ein guter kollegialer Umgang ist uns wichtig, daher passt Dr. Abo Mostafa sehr gut ins Team, in das er mit Sicherheit all seine Stärken mit einbringen wird“, sagt Eckstein.

Einer der Schwerpunkte der Kreisklinik liegt in der endoprothetischen Versorgung der Gelenke wie Hüfte, Knie oder Schulter. „Jetzt, wo die Corona-Fälle langsam weniger werden, wollen wir schon bald beginnen, die aufgeschobenen Operationen nachzuholen“, so der Chefarzt der Inneren und ärztlicher Leiter der Rother Kreisklinik, Dr. Dirk Asshoff, der in diesen Zusammenhang noch einmal betont, dass sich niemand vor einer Ansteckung mit Corona in der Klinik fürchten müsse. „Unsere strikte Trennung der Corona-Patienten vom normalen Klinik-Alltag mit all den damit verbundenen Hygienemaßnahmen gehören weiterhin zu unserem Alltag“, stellt Asshoff klar.

Der neue Chefarzt Abo Mostafa betont, dass er an der Kreisklinik Roth das breite Spektrum der Unfallchirurgie und der Orthopädie fortführen und nach Möglichkeit „alles rund um den Bewegungsapparat des Menschen“ weiter ausbauen will. „Um diese Ziele zu erreichen, werde ich auch eng mit der hier vorhandenen geriatrischen Abteilung zusammenarbeiten, das passt gut zusammen“, findet Abo Mostafa, der sich auch gut vorstellen kann, bei Bedarf einen Blick auf die Neugeborenen (rund 600 Kinder erblicken im Lauf eines Jahres in der Kreisklinik das Licht der Welt) zu werfen.

Auch wenn es in Roth keine spezielle Kinderabteilung gibt, „so ist es doch mit Sicherheit ein Vorteil, wenn ein Kinderchirurg im Haus ist“, so der neue Chefarzt. Auch hat er vor, voraussichtlich zweimal im Jahr Vorträge und Seminare aus seinem Fachgebiet anzubieten — auch für Laien. „Die Kreisklinik bietet rund einhundert Veranstaltungen im Jahr an, daran hat sich die Unfallchirurgie immer gut beteiligt, und wir freuen uns darauf, wenn das fortgeführt wird“, so Vorstandschef Werner Rupp.

„Ich freue mich über das entgegengebrachte Vertrauen, und dass ich schon bald meinen Dienst in Roth antreten kann“, so Dr. Zakaria Abo Mostafa, der derzeit hier auf der Suche nach einem geeigneten Haus für sich und seine Familie ist. Der neue Chefarzt ist Vater von sechs Kindern. Drei davon sind noch schulpflichtig, mit denen er zusammen mit seiner Frau in Weiden lebt.

In den Fußspuren des Vaters
Eine seiner erwachsenen Töchter ist übrigens beruflich in die gleichen Fußspuren ihres Vaters getreten und seit einem guten Jahr im Rother Krankenhaus in der Abteilung Innere unter der Leitung von Dr. Asshoff beschäftigt. Dieser macht gleich mal deutlich: „Wenn der Vater eine ähnlich gute Arbeit leistet wie seine Tochter, dann haben wir eine sehr gute Wahl getroffen“.

Dr. Zakaria Abo Mostafa ist ab 1. Mai neuer Chefarzt der Kreisklinik Roth. Noch ist er leitender Arzt unter anderem in der Unfallchirurgie der Sana-Klinik in Hof. Er setzte sich gegen rund ein Dutzend Mitbewerber durch.