Das Vergessen besser verstehen lernen

13.09.2019 - Von: Tobias Tschapka

Die „Allianz Demenz für den Landkreis Roth“ beteiligt sich an der landesweit ersten DEMENZWOCHE mit unterschiedlichen Angeboten und verschiedenen Aktionen   ROTH . Vom heutigen Freitag bis zum 22. September findet landesweit die erste Demenzwoche des bayerischen Gesundheitsministeriums statt. Mit zahlreichen Aktionen und Vorträgen beteiligt sich daran auch die „Allianz Demenz für den Landkreis Roth“, eine Gruppe von Männern und Frauen, die entweder ehrenamtlich oder beruflich mit dem Thema Demenz verbunden sind. Organisiert und moderiert werden die Treffen vom Landratsamt Roth (Senioren und Soziales), der Fachstelle für pflegende Angehörige der Diakonie Neuendettelsau im Pflegestützpunkt und der GesundheitsregionPlus.

Die „Allianz Demenz“ bietet in dieser Woche ein breites Spektrum unterschiedlicher Angebote und Aufführungen an und klären über den Umgang mit nachlassenden kognitiven Fähigkeiten bis hin zu Demenzerkrankungen auf. Die Veranstaltungen richten sich nicht nur an mögliche Betroffene und deren Angehörige; sondern sie sind zum Großteil bewusst auch für Bürger konzipiert, die sich diesem in vielen Erscheinungsformen auftretenden Krankheitsbild annähern wollen.

Leichter Einstieg mit Film
„Einen leichter Einstieg in dieses harte Thema“ bietet laut Günther Wittmann vom Landratsamt Roth (Gesundheitsregion Plus) am 22. September um 11 Uhr im Rother Bavaria Kino die Vorführung des Films „Nebenwege – Pilgern auf Bayrisch“. Der Spielfilm berichtet in eindrucksvollen Bildern von einer Familie, die durch eine unfreiwillige Pilgerreise nach Altötting ihre Sprachlosigkeit überwindet und wieder zueinander findet.

Bereits ab 10.30 Uhr besteht laut der stellvertretenden Pflegedienstleiterin des Rother Krankenhauses, Bettina Honeiser, für Angehörige von Demenz-Erkrankten ein Betreuungsangebot; die zu Betreuenden können in der speziell für diese Zwecke nostalgisch eingerichteten „Plauderstube“ der Klinik gebracht werden. Nach der Filmvorführung ist eine Diskussionsrunde geplant, an der sich unter anderem die Seniorenbeauftragte der Stadt Roth, Brigitte Reinard und Bettina Honeiser, die auch die zweite Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (Landesverband Bayern) ist. Moderiert wird der Kinovormittag von Günther Wittmann.

Einmal im Monat findet im „Offen Haus“ (OHA) in Roth das von der Seniorenbeauftragten organisierte „Erzählcafé“ statt. In der Demenzwoche wird es ausnahmsweise ins evangelische Gemeindehaus verlegt.

Am Mittwoch,18.September, stellen sich dort ab 14.30 Uhr unter dem Motto „Fördern-helfen-pflegen“ der Diakonieverein Roth e. V. und der Krankenpflegeverein Roth-Büchenbach vor.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Musizieren mit Gitarrist und Sänger Günther Pfaffenritter.

Brigitte Reinard ist neben ihrer Funktion als Seniorenbeauftragte der Stadt auch ausgebildete Laienpredigerin (Prädikantin). Sie lädt am Sonntag, 22.September, 9.30 Uhr, zu einen Demenzgottesdienst in die Ottilienkirche in Pfaffenhofen ein, der unter dem Motto „Bei Gott geht keiner verloren“ steht. Auf eine wortreiche Predigt wird dabei bewusst verzichtet; stattdessen erwarten die Gläubigen bekannte Lieder, vertraute Gebete und „Der verlorene Sohn“ als Bibeltext. „Sollte dieser Gottesdienst Früchte tragen, dann werden wir ihn demnächst öfters anbieten“, so Reinard.

Am Dienstag und Freitag in der Woche der Demenz hat außerdem die Rother Musterwohnung „TABEA“ (die Buchstaben stehen für Technik, Alltag, Barrierefreiheit, Erleben für Alle) in der Gartenstraße 30a geöffnet. Dabei laden Ottilie Tubel-Wesemeyer und Carmen Fuhrmann vom Amt für Senioren und Soziales des Landratsamts zu stündlichen Führungen (jeweils von 9 bis 16 Uhr) durch die barrierefreie seniorengerechte Modellwohnung mit demenzsensiblen Gegenständen ein. Neben nahezu fast Unbekannten Hilfsmitteln, wie digitalen Aktivitätstischen, gibt es auch demenzgerechte Spiele und sensorisch stimulierende Klangkissen zum Ausprobieren.

Vortrag
Am Donnerstag, 19.September, findet um 16 Uhr im Gesundheitszentrum I der Vortrag „Belastungen und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige“ von Elmar Gräßel, dem Leiter des Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung (ZMV) am Universitätsklinikum Erlangen statt; auch zu dieser Gelegenheit wird wieder eine Betreuung von Demenz-Patienten in der „Plauderstube“ angeboten.

Kurz nach der offiziellen Demenzwoche geht es am Samstag, 28.September, ebenfalls im Gesundheitszentrum I, um die „Demenzfreundliche Apotheke“; dabei soll ein Netzwerk aufgebaut werden, das Betroffenen und ihren Angehörigen Hilfestellung geben kann. Eingebunden sein sollen alle Anlaufstellen, wie die Fachstelle für pflegende Angehörige, die Alzheimer Gesellschaft sowie die Apotheken des Landkreises und darüber hinaus.

Neuer Kurs
Und zwischen dem 10. Oktober und 12. Dezember beginnt an gleicher Stelle der zehnteilige Kurs „Wenn das Gedächtnis nachlässt“ der Edukationstrainerin Petra Lobenwein vom Pflegestützpunkt Roth. Dieser richtet sich an die Angehörigen von demenziell Erkrankten.

Dabei soll neben einem besseren Verständnis für Personen mit Demenz zum Beispiel auch die eigene Rolle als Betreuungsperson dargestellt werden; gleichzeitig sollen Wege aufgezeigt werden, wie man den Alltag besser bewältigt.
Die 100 Euro Kursgebühren werden von der Pflegekasse erstattet.

Foto: (Tobias Tschapka) Die Demenz-Allianz im Landkreis wirbt für die Aktionswoche. Mit dabei (von links): Günther Wittmann (LRA Roth, GesundheitsregionPlus), Brigitte Reinard (Seniorenbeauftragte Stadt Roth), Bettina Honeiser (stellvertretende Pflegedienstleitung Kreisklinik
Roth), Carmen Fuhrmann (Landratsamt Roth, Seniorenamt und Soziales), Ottilie Tubel-Wesemeyer (Seniorenamt und Soziales, Sachgebietsleiterin), Petra Lobenwein (Pflegestützpunkt Roth, Fachstelle für pflegende Angehörige).