Die Endosonografie - Der endoskopische Ultraschall

10.07.2018 - Von: G. Rudolph

Seit Chefarzt Dr. med. Andreas Stegmaier vor sechs Monaten vom Krankenhaus Schwabach an die Kreisklinik Roth gewechselt ist, wurde das Leistungsspektrum der Gastroenterologie bereits deutlich erweitert. „Besonders mit der Einführung der Endosonografie (der endoskopische Ultraschall) wurde das endoskopische Diagnostik- und Behandlungsangebot für unsere Patienten stark ausgebaut und fügt sich wie ein Puzzleteil in das Gesamtkonzept der Diagnostik und Therapie der Klinik ein“, so Dr. Stegmaier.

Chefarzt Dr. med. Andreas Stegmaier bei einer endosonografischen Untersuchung.

Die Vorteile der Endosonographie liegen in der Strahlungsfreiheit, der unmittelbaren Nähe zum untersuchten Organ und der Möglichkeit, gleichzeitig Biopsien (Gewebsentnahmen) oder therapeutische Eingriffe am Patienten vorzunehmen. 

Die Nähe zum zu untersuchenden Organ verbessert die Qualität des Bildes und lässt selbst kleinste Veränderungen im Gewebe sichtbar werden. Der Unterschied zwischen einem normalen Endoskop und einem Ultraschallendoskop ist ein hochsensibler Ultraschallkopf an der Spitze des Gerätes.

Ähnlich wie bei jeder endoskopischen Untersuchung wird die Ultraschallsonde in den menschlichen Körper (Körperhöhle) eingeführt und  sendet im Organismus ihre Schallwellen in die gewünschte Richtung aus. Die Ultraschallwellen werden von bestimmten Gewebetypen unterschiedlich reflektiert und  lassen ein Ultraschallbild entstehen.

Um die Endosonografie zu ermöglichen und die gesamte Endoskopietechnik u. a. durch die ergänzende Anschaffung von zwei hochauflösenden und teils mit einer Zoom-Funktion versehenen Koloskope zu modernisieren, mussten zirka 200.000 Euro in die Medizintechnik investiert werden, so der Klinikleiter Werner Rupp.

Der Chefarzt selbst fühlt sich in der Kreisklinik „angekommen und angenommen“ und lobt vor allem die sehr gute Zusammenarbeit mit der Strahlentherapie Roth (Jutta Mayle und Dr. med. Antje Grüner), der klinikeigenen chirurgischen und radiologischen Abteilung sowie das fachliche Miteinander mit der onkologischen Praxis Dr. med. Alexander Petzoldt auch in der wöchentlichen Tumorkonferenz. 
Nicht zuletzt ist er begeistert vom guten Miteinander der Ärzte und Pflegekräfte in der eigenen Abteilung. Fachärztlich unterstützt wird Dr. Stegmaier in der Endoskopieabteilung vor allem von dem Gastroenterologen und Palliativmediziner Oberarzt Dr. med. Johannes Karasek und der Diabetologin Oberärztin Aksana Keck.
Besonders freut er sich darüber, dass ihm „viele angestammte Patienten aus der Region nach Roth gefolgt sind“.

Die Endosonografie (der endoskopische Ultraschall) als schonendes, aber auch zeitintensives und komplexes  Untersuchungsverfahren, hat sich seit etwa 1995 als wesentlicher Baustein in der Diagnostik von gut- und bösartigen Prozessen in Speiseröhre, Mediastinum, Magen, Galle, Bauchspeicheldrüse und Enddarm etabliert. Darüber hinaus ist die Endosonografie aber auch ein wichtiges therapeutisches Instrument zur Behandlung von entzündlichen Verhalten und Abszessen im Bauchraum, vor allem bei und nach Entzündungen der Bauchspeicheldrüse. So wurden in der Kreisklinik Roth mit diesem Verfahren bereits die ersten Patienten erfolgreich behandelt, denen dadurch ein operativer Eingriff erspart wurde.

Die Endosonografie setzt aber neben endoskopischem Geschick detaillierte Kenntnisse der Anatomie und der Ultraschallanatomie voraus und gilt als eines der am schwersten zu erlernenden endoskopisch gestützten Verfahren. Es vereint das endoskopische Handwerk mit dem sonografischen Verständnis der menschlichen Anatomie.

Für den Chefarzt ist klar, dass die Endoskopie aufgrund des steigenden Bedarfs der alternden Bevölkerung und dem rasanten Fortschritt der Technik und Therapiemöglichkeiten weiter an Bedeutung gewinnen wird. Spätestens mit Fertigstellung des Erweiterungsbaues sollen deshalb alle wesentlichen gastroenterologischen Diagnose- und Therapieverfahren in der Inneren Abteilung der Kreisklinik Roth für die Patienten angeboten werden können.