Stabübergabe in der Klinikseelsorge

07.11.2018 - Von: G. Rudolph

Am 1. November 2018 übernahm Diakon Jürgen Zeller, als Nachfolger von Diakon Heinrich Hofbeck, das Amt des katholischen Klinikseelsorgers in der Kreisklinik Roth. Diakon Hofbeck der 12 Jahre als Seelsorger im Rother Krankenhaus tätig war, tritt nun seinen Ruhestand an. Mit viel Dank und lobenden Worten wurde Diakon Hofbeck von Landrat Herbert Eckstein, Klinikvorstand Werner Rupp, seinem evangelischen Kollegen Pfarrer Werner Gottwald sowie Pflegedienstleiter Dieter Debus verabschiedet.

„So voll war die Kapelle bisher nur selten“, merkte Dieter Debus an und verwies auf die vielen Besucher in der Kapelle. An der Andacht nahmen Hospizbegleiter, ehrenamtliche Mitarbeiter und Pflegende der Klinik teil.

Die katholische Pastoralreferentin Helga Lang betonte in ihrer Ansprache, dass Abschied immer „loslassen“ bedeute.  Ein Loslassen von Aufgaben die Sinn und Erfüllung gaben. „So sind Menschen in die Kapelle gekommen, für die du Heinrich Hofbeck, Seelsorger, Kollege und Freund sein durftest und bringen dir heute Anerkennung, Wertschätzung und Dank entgegen“. Hofbeck, so erläuterte  Lang, habe in seinem Arbeitsumfeld bei vielen Menschen „Spuren des Lichts“ hinterlassen.

Ordinariatsrätin Barbara Bagorski reflektierte den beruflichen Werdegang Hofbecks und erinnerte daran, dass die Andacht gleichzeitig Abschied und Neuanfang beinhalte. Der eine geht, der neue Seelsorger kommt. Heinrich Hofbeck  sei nicht “nur“ für die Patienten Ansprechpartner und Seelsorger gewesen, sondern habe auch für Klinikmitarbeiter und Ehrenamtliche, besonders auf der Palliativstation, immer ein offenes Ohr gehabt. Sie erinnerte an die viele Veränderungen im beruflichen Umfeld des Seelsorgers und hob dabei die „gebliebene, aus dem Herzen kommende Freundlichkeit“ des Seelsorgers hervor.
An Diakon Jürgen Zeller gewandt, wünschte sie ihm nach der „Stabübergabe“ viel Gelassenheit und „dass die heilende Kraft der Krankenhausseelsorge in Zeiten des Wandels bei allen Menschen in der Klinik aufscheinen kann“.

Nach Landrat Herbert Ecksteins Dafürhalten brauche die Gesellschaft Seelsorge. In den Bereichen in denen es Krisen gibt benötige man mehr denn je Menschen, die zuhören können. Als Diakon habe Hofbeck diese Aufgabe als „klasse Seelsorger“ bewältigt.

Werner Rupp hob ebenfalls Heinrich Hofbecks Gelassenheit und seinen Humor hervor. Er bezeichnete ihn „im eigentlichen Sinn“ als „Menschenfischer“. Er habe den Diakon als jemand kennengelernt, der Menschen begeistert und ihnen Halt gibt. Hofbeck sei in der Arbeit auf der Palliativstation „aufgegangen“.  Der Klinikleiter bedankt sich für seine vielseitig geleistete Arbeit in der Kreisklinik unter anderem auch für die Mitarbeit im Ethikkomitee. In diesem Zusammenhang bedankte sich Werner Rupp auch bei den beiden christlichen Kirchen. Es habe bisher bei den Seelsorgern keine vakanten Stellen gegeben.
Diakon Jürgen Zeller wünschte er einen guten Start und bot ihm an, „auch Neues auszuprobieren“. Die Mitarbeiter wären aufgeschlossen, so Rupp. „Danke, dass sie da sind“.

Pfarrer Werner Gottwald habe ihn als einen humorvollen Kollegen kennenlernt der „die Tradition kennt aber immer gesprächsbereit war“.

Heinrich Hofbeck bedankte sich bei allen Anwesenden für die Unterstützung und betonte, dass er sich in der Klinik sehr wohlgefühlt habe. Seiner Meinung nach, besitze die Klinikseelsorge in der Kreisklinik nach wie vor einen hohen Stellenwert und erinnerte an seine Vorgängerin Pastoralreferentin Gisela Hausdorf. Sie habe die katholische Klinikseelsorge bereits vor ihm mit aufgebaut.
Rückblickend habe er gemerkt, wie wichtig es sei, in der Klinikseelsorge nicht Einzelkämpfer der Konfessionen zu sein. Es gehe vielmehr um die gemeinsame frohe Botschaft. Mit seinen Kollegen sei das „ganz gut gegangen“. Seinem Nachfolger wünschte er viel Kraft und Gottes Segen.

Foto: Pfarrer Werner Gottwald; Pastoralreferentin Helga Lang; Ordinariatsrätin Barbara Bagorski; Ehefrau v. Heinrich Hofbeck; Heinrich Hofbeck; Jürgen Zeller; Ehefrau Jürgen Zeller


Porträt Diakon Jürgen Zeller

Jürgen Zeller ist  43 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern.  
Von 1999 bis 2002 studierte er Religionspädagogik und Gemeindepastoral und absolvierte anschließend seine Ausbildung zum Gemeindereferenten für das Bistum Eichstätt.
Im Jahr 2005 wechselte er zusammen mit seiner Frau in die Diözese Rottenburg-Stuttgart und übernahm dort eine Stelle als Gemeindereferent in Hohenlohe.
2010 wurde er im Münster Zwiefalten zum Diakon geweiht und war seitdem mit dem Schwerpunkt Klinik- und Pflegeheimseelsorge als Diakon im Hauptberuf in Geislingen an der Steige tätig,
Aus familiären Gründen kehrte er in sein Heimatbistum zurück.
An der Kreisklinik übernimmt er den Seelsorgeauftrag von Diakon Hofbeck.

Jürgen Zeller ist Diakon im Pfarrverband Roth mit dem Schwerpunkt Caritas, Besuchsdienste, Senioren, sowie Aufgaben in Liturgie und Predigt.
Neben einer Qualifikation in Klinischer Seelsorge (KSA-DGfP) hat er die Zusatzausbildungen als Hospiz (DHPV)- und Trauerbegleiter (DAQTE), sowie als Notfallseelsorger absolviert.