
Kreisklinik Roth trennt vorsorglich die Internetverbindung nach Außen
Roth. Die Kreisklinik Roth hat am Mittwoch, 7. Januar, gegen 11.30 Uhr vorsorglich die Internetverbindung nach außen getrennt. Das gaben Klinik und Landratsamt heute (Donnerstag) in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Hintergrund ist ein externer Zugriff auf das interne IT-Netzwerk. „Die stationäre Patientenversorgung und auch der Betrieb in unserem MVZ sind davon nicht betroffen und laufen weiter“, erläutert Nadine Ortner, Vorständin der Kreisklinik. Teilweise greife man, etwa bei der Übersendung von Laborergebnissen, auf frühere Kommunikationswege wie Fax zurück.
Rezepte und Krankschreibungen würden analog erstellt und für die Patientinnen und Patienten ausgedruckt. Aus Gründen der Patientensicherheit habe sich die Notaufnahme jedoch derzeit abmelden müssen, da unter anderem Empfang und Versand von radiologischen Aufnahmen derzeit nicht möglich sei. „Die Notfallversorgung in der Region ist dennoch gesichert. Die Rettungsstelle ist informiert und leitet Notfälle in die umliegenden Krankenhäuser um.“
Die eingesetzten Sicherheitsmechanismen, insbesondere die Antivirensoftware, haben nach aktuellem Stand ordnungsgemäß gegriffen. Gleichwohl kann derzeit nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass es kurzzeitig zu einem externen Zugriff gekommen sein könnte. Entsprechende interne und externe Prüfungen laufen.
Unmittelbar nach Auftreten des Verdachts hat die IT-Abteilung am Mittwoch reagiert und die Krankenhausleitung eingebunden. Zudem wurden alle gesetzlich und fachlich erforderlichen Stellen informiert. Dazu zählen die Abteilung Cybercrime des Landeskriminalamts, die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde sowie das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Parallel wurden externe IT-Forensik-Experten hinzugezogen. Die technische Analyse und die forensische Untersuchung dauern an. Das Landeskriminalamt Bayern hat nach Rücksprache mit dem Bayerischen Innenministerium entschieden, strafrechtliche Ermittlungen aufzunehmen. Ermittler des LKA sind am Mittwochnachmittag im Krankenhaus eingetroffen und stellen weiteren Untersuchungen an. „Unsere IT-Abteilung hat vorbildlich reagiert und die notwendigen Schritte eingeleitet“, erklärt Nadine Ortner. „Das vorsorgliche Trennen der Internetverbindung dient dem Schutz unserer Systeme und ermöglicht nun eine sorgfältige und strukturierte Überprüfung.“ Landrat Ben Schwarz verweist auf den professionellen Umgang und lobt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit und zwischen den beteiligten Stellen sowie das besonnene Vorgehen. „Das Patientenwohl steht an oberster Stelle“, betont er.
Die IT-Systeme der Kreisklinik Roth werden erst dann wieder vollständig mit dem Internet verbunden, wenn die Ermittlungen des Landeskriminalamts sowie die begleitenden forensischen Untersuchungen abgeschlossen seien und aus fachlicher Sicht Entwarnung gegeben werden könne. „Wann genau das erfolgt sein wird, ist derzeit unklar“, bedauert Ortner. Die Experten des LKA können aufgrund des derzeitigen Kenntnisstandes noch keine Einschätzung abgeben. „Sobald uns neue gesicherte Erkenntnisse vorliegen, werden wir unsere Mitarbeitenden, die Medien und die Bürgerinnen und Bürger zeitnah informieren.
