Kreisklinik Roth setzt auf Früherkennung und innovative Krebstherapie

Ein gutartiger Darmpolypen der sich im laufe der Jahre zu Darmkrebs entwickeln kann. (v.l) Jürgen Königsdörfer, Teamleiter Funktionsdiagnostik/ Endoskopie, Dr. med. Johannes Karasek, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin, Gastroenterologie, Palliativmedizin, Ernährungsmedizin.

Darmkrebsvorsorge-Monat März: Prävention, Früherkennung und moderne Behandlungsmöglichkeiten im Fokus

Zum 24. Mal steht der März in Deutschland im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Die Kreisklinik Roth nutzt diesen Anlass, um auf die zentrale Bedeutung von Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen hinzuweisen. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern der beiden angeschlossenen Gesundheitszentren bietet die Klinik ein umfassendes Spektrum an Präventions- und Therapiemöglichkeiten.

Früherkennung als wirksamster Schutz
„Vorsorge bedeutet, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen“, betont Chefarzt Dr. med. Albert Götz (Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie). Moderne Untersuchungsmethoden seien dank technischer Fortschritte schonend, schnell und mit sehr geringem Risiko verbunden.
Chefarzt Dr. med. Johannes Karasek appelliert, Vorsorge- und Kontrolltermine konsequent wahrzunehmen und auf Warnsignale wie Leistungsabfall, Husten oder Blutungen im Stuhlgang zu achten. Die gute Nachricht: Im Frühstadium erkannter Darmkrebs ist in den meisten Fällen deutlich besser heilbar.

Lebensstil und Risikofaktoren
Das Erkrankungsrisiko hat jeder Einzelne zu einem erheblichen Teil selbst in der Hand. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten schützt nachweislich. Verarbeitetes Fleisch und Wurst erhöhen hingegen das Risiko. Als weitere Risikofaktoren gelten Übergewicht, Alkohol, Rauchen und Bewegungsmangel. Bereits 30 Minuten flottes Gehen täglich können das Darmkrebsrisiko messbar senken. „Auch wenn genetische Faktoren eine Rolle spielen, liegt durch einen gesundheitsbewussten Lebensstil ein erheblicher Teil der Krebsprävention in der eigenen Hand“, so Dr. Karasek.

Früherkennungsuntersuchungen: Koloskopie und iFOBT
Als Goldstandard der Vorsorge empfiehlt Dr. Karasek die Darmspiegelung (Koloskopie) – die einzige Methode, mit der Polypen nicht nur sichtbar gemacht, sondern direkt und schmerzfrei entfernt werden können. Gesetzlich Versicherte haben ab 50 Jahren Anspruch auf zwei Untersuchungen im Abstand von mindestens zehn Jahren. Wer familiär vorbelastet ist, sollte ab dem 40. Lebensjahr oder zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter eines betroffenen Verwandten beginnen.

Als einfache Alternative steht der kostenlose immunologische Stuhltest (iFOBT) zur Verfügung, der zu Hause durchgeführt werden kann und verstecktes Blut im Stuhl erkennt. Er ersetzt die Koloskopie nicht, ist aber ein wichtiger erster Schritt.

Moderne Behandlungsmethoden: Von der Operation bis zur Palliativmedizin
Die Kreisklinik Roth deckt das gesamte Spektrum der Darmkrebschirurgie ab. Bei Dickdarmtumoren erfolgt eine leitliniengerechte radikale Tumorresektion inklusive Lymphknotenentfernung. Beim Mastdarmkrebs ist die totale mesorektale Exzision (TME) Standard – sie senkt das Rückfallrisiko deutlich. Ein dauerhafter künstlicher Darmausgang ist heute die Ausnahme und nur bei schließmuskelnahen Tumoren unumgänglich.

Minimalinvasive Laparoskopie kommt, wo immer möglich, zum Einsatz: Sie bedeutet weniger Schmerzen, kürzere Krankenhausaufenthalte und schnellere Erholung. Auch bei Metastasen ist nicht alles verloren: Leber- und Lungenmetastasen können operativ versorgt werden – bei der Leberchirurgie unter Einsatz von Ultraschalldissektor und intraoperativer Sonographie zur Gewebeschonung. Ergänzend stehen Strahlentherapie sowie eine Palliativstation für Patienten mit unheilbarer Erkrankung zur Verfügung.

Interdisziplinäres Tumorboard: Gemeinsam entscheiden
Jeder Fall wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen und Strahlentherapeuten legen gemeinsam ein individuelles Gesamtkonzept fest – erst danach wird operiert. Dieses gesetzlich verankerte Vorgehen stellt sicher, dass jeder Patient die bestmögliche, auf ihn abgestimmte Therapie erhält.


INFORMATIONSVERANSTALTUNG
Chefarzt Dr. med. Johannes Karasek und Chefarzt Dr. med. Albert Götz referieren zu modernen Möglichkeiten der Krebsdiagnostik und -therapie.
Termin: 12. März 2026, 19:00 Uhr
Ort: Gesundheitszentrum 1 der Kreisklinik Roth